Endlich Schluss mit lustig!!

Sehr geehrte Büttenredner, ist das nicht eine Erleichterung? Endlich war Aschermittwoch. Endlich hört dieses zwanghafte Rumscherzen auf. Endlich können wir mal wieder so richtig ernst werden. Es ist ja auch geradezu unverantwortlich, was sich da in einen Bütten so tut. Es gibt doch Büttenredner, die Scherze mit größter Vorsicht umgehen. Wird im Publikum gelacht, schrillen die Alarmsirenen im Gehörgang. Habe ich etwa eine Minderheit beleidigt? Sollte ich Menschen anderer Hautfarbe mit einem Mohrenkopf verglichen haben? Habe ich gar einen Politiker beleidigt? Na ja, das wäre ja nicht allzu schlimm. Das ist ja Alltag und kein Grund zum Lachen.

Was aber, wenn eine Parteichefin wie Annegret Kramp-Karrenbauer als Putzfrau Erna in die Bütt steigt und sich Gedanken über die Toilettenlandschaft der Zukunft macht. Da heult aber das ganze Land auf. Wie kann man denn über Menschen scherzen, die nicht so genau wissen, wo sie hin gehören?

Heimlich soll sich AKK ja entschuldigt haben, sie habe sich nur Gedanken über ihren Putzenfrauenarbeitsplatz gemacht. Schließlich ist es ja eine existenzielle Frage, ob es demnächst bis zu sieben Toiletten gibt oder vielleicht sogar nur noch eine – ohne Pissoirs. Ich sehe schon überall im Lande Gastwirte in Ohnmacht fallen. Sollten demnächst die Toilettenanlagen größer werden als die Gasträume?

 Ja, auch auf europäischer Ebene muss diskutiert werden, was Deutschland eigentlich in toilettistischer Hinsicht vom Rest Europas unterscheidet? In Frankreich zum Beispiel ist es durchaus üblich, dass in einem Restaurant nur eine einzige Toilette ist. Ja, das findet man sogar in Europas Hauptstadt Brüssel am Marktplatz.

Das wäre in Deutschland undenkbar. Muss demnächst der Wirt für jeden Besucher eine eigene Toilette vorhalten, völlig unabhängig von Alter, Rasse und Geschlecht? Oder könnte man sich auf einen Kompromiss einigen. Statt Männer und Frauen MIT oder OHNE? Frau Kamp-Karrenbauer hat sich offensichtlich auf vermintes Gelände vorgewagt. Wir kann man auch über den geordneten deutschen Stuhlgang Scherze machen?

Noch schlimmer wäre es höchstes gewesen, wenn sie sich in die Abschiebung aufs Altenteil der deutschen Elitekicker Boateng, Hummels und Müller eingemischt hätte. Hier wäre sie sicher zwischen alle Mühlsteine geraten. Hätte Löw das nicht verkünden können, als Hoeness noch im Knast saß? Wäre nicht direkt nach Schluss des Spiels gegen Südkorea der richtige Zeitpunkt gewesen. Dass sind Fragen, die darf man auf gar keinen Fall Scherzbolden überlassen. Da muss man mit den nötigen sittlichen Ernst ran.

Mit ernsthaften Grüßen

Rainer Hahne

 Chefredakteur

 P.s. Politiker sollen demnächst nur noch auf Kreisebene scherzen, wurde jetzt vorgeschlagen. Auf Landes- und Bundesebene gebe es sowieso nichts mehr zu lachen. Orden wider den tierischen Ernst? Ja, lach ich denn? Weg damit!!

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