Enkeltrick: Aufmerksamkeit verhinderte Übergabe, Täter erbeuten dennoch 10.000 Euro

Am gestrigen Mittwoch meldeten sich Enkeltrickbetrüger mit ihrer perfiden Masche in gleich mehreren Kasseler Haushalten.

Kassel.  In acht Fällen wandten sich die betroffenen Senioren an die Polizei. Davon scheiterten sechs Enkeltricks bereits beim Anruf. Dank einer aufmerksamen Bankmitarbeiterin scheiterte auch ein siebter Fall, kurz vor der Übergabe von 40.000 Euro. In einem Fall gelang es den Tätern schließlich doch noch 10.000 Euro zu erbeuten. Die Kasseler Polizei wendet sich an die Bevölkerung, um zum einen Zeugen der gestrigen Taten zu gewinnen, und zum anderen, um zukünftige Taten durch Aufklärung zu verhindern. Dabei sind nicht nur die Senioren selbst angesprochen, sondern auch Angehörige, die innerhalb der Familie über die Deliktsform des Enkeltricks sprechen sollten. Die Fachberater des Polizeipräsidiums Nordhessen stehen selbstverständlich auch gerne als Ansprechpartner im Kasseler Polizeiladen in der Wolfsschlucht zur Verfügung.

Der Fall, bei dem die Geldübergabe von 40.000 Euro durch eine Bankangestellte vereitelt werden konnte, ereignete sich am gestrigen Mittwochmorgen gegen 11 Uhr. Zu dieser Zeit meldete sich eine unbekannte Frau bei einer 88-Jährigen in einem Altenwohnheim an der Wilhelmshöher Allee im Kasseler Stadtteil Bad Wilhelmshöhe und gab sich als langjährige Freundin aus. Im Zuge des Gesprächs bat die Freundin um eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 40.000 Euro. Im Glauben, einer guten Freundin helfen zu können, begab sich die Seniorin zur Bank und wollte 40.000 Euro von ihrem Konto abheben. Eine aufmerksame Bankmitarbeiterin schöpfte Verdacht und sprach das Opfer darauf an. Gemeinsam verständigte man die Kasseler Polizei, woraufhin der gesamte Schwindel aufflog und die 88-Jährige im Besitz ihres Ersparten blieb.

In einem anderen Fall vom gestrigen Mittwoch, ging es nicht ganz so glimpflich aus. Hier erbeuteten die Täter, die vermutlich ein und derselben Tätergruppe angehören, die sämtliche Anrufe am gestrigen Mittwoch vornahmen, 10.000 Euro. Opfer wurde hier ein betagtes Ehepaar aus Bad Wilhelmshöhe. Sie erhielten in der Zeit von 10.30 Uhr bis 15 Uhr gleich mehrere Anrufe einer weiblichen Person, die sich in einem ersten Gespräch als Schwägerin aus Berlin ausgab. Sie gab vor, sich in Kassel aufzuhalten und eine Immobilie kaufen zu wollen. Dazu fehlten nun die 10.000 Euro und sie bat um Unterstützung. Das Opfer-Ehepaar hob schließlich 10.000 Euro von ihrem Konto ab und übergab das Bargeld gegen 15.15 Uhr in der Kirchditmolder Straße einem unbekannten Mann, der als Gerichtsfahrer angekündigt war. Die Opfer beschrieben diesen Mann zwischen 25 und 30 Jahren. Er sei etwa 1,75 m groß und habe eine kräftige Statur. Er hatte schwarze, kurze Haare und einen Scheitel auf der linken Seite und war zur Tatzeit mit einem blauen Hemd bekleidet.

Die Beamten des für Betrugsdelikte zuständigen Kommissariats 23 / 24 bitten nun Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich unter der Telefonnummer 0561 - 9100 bei der Kasseler Polizei zu melden.

Rubriklistenbild: © dpa

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