Ist ein Entenhasser unterwegs?

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Neun Enten trieben am Mittwochabend tot auf dem Lac im Bergpark Wilhelmshöhe. Sie hatten gebeiztes Saatgut gefressen, das im Bereich des Sees von Unbekannten ausgelegt worden war. Foto: privat

Kassel. Die Polizei fand präpariertes Getreide am Lac, in Parkschönfeld und im Vellmarer Ahnepark. Nun stellt sich die Frage: Zufall oder nicht?

Kassel.Am Mittwochmorgen sind im Ahnepark in Vellmar erste tote Wasservögel von einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes festgestellt worden. Am Mittwochabend machte eine Spaziergängerin gleiche Feststellungen am Schlossteich in Kassel. Eine Überprüfung der Seen im Kasseler Parkschönfeld führte am Donnerstagmorgen ebenfalls zum Auffinden von fünf toten Enten.

Am Lac im Schlosspark Wilhelmshöhe sind bislang 14 tote Enten bekannt geworden. Noch am Mittwochabend fischten die von Spaziergängern alarmierten Beamten mit Unterstützung der Kasseler Feuerwehr 12 tote Tiere aus dem Wasser.Zwei weitere fand ein Mitarbeiter der Museumslandschaft Hessen Kassel gestern Morgen. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, wurden die toten Wasservögel gleich gestern Morgen in das Hessische Landeslabor nach Gießen gebracht, um eine vorläufige Einschätzung über die Todesursache zu bekommen.

Wie am gestrigen späten Nachmittag aus dem Labor bekannt wurde, fraßen die Tiere offensichtlich behandeltes Getreide. Die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass die Tiere möglicherweise das Getreide auf derzeit bestellten Äckern aufgenommen haben und schließlich, am See wieder angekommen, damit vergiftet gestorben sind. Nachdem aber heute Morgen die Seen in Kassel und Vellmar nochmals eingehend abgesucht wurden, konnten gefärbte Getreidekörner an den jeweiligen Futterstellen des Schlossteiches in Bad Wilhelmshöhe und am obersten See im Vellmarer Ahnepark gefunden werden.

Zudem ergab die Untersuchung der toten Tiere aus dem Ahnepark, insgesamt sind bislang zehn tote Enten und vier tote Blesshühner gefunden worden, die das Veterinäramt durchgeführt hatte, dass auch diese Tiere Getreide aufnahmen und offenbar daran verendeten. Ein toxikologisches Gutachten steht allerdings sowohl im Vellmarer als auch in den Kasseler Fällen noch aus. Die Ermittler der Polizeireviere Süd-West für die beiden Kasseler Seen und Nord für den Vellmarer See gehen nun davon aus, dass das präparierte Getreide von einem bislang Unbekannten ausgelegt worden ist und ermitteln daher wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Möglicherweise handelte der Unbekannte auch aus Unkenntnis über die Folgen der Verfütterung des Getreides.

Die Ermittler bitten Zeugen, die Hinweise auf den oder die Unbekannten geben können, sich unter 0561 / 9100 zu melden. Darüber hinaus weist die Polizei darauf hin, dass das Füttern von Wasservögeln in den Parks verboten ist.

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