Erfolgreiche Initiative: Berliner Aktivist Strößenreuther beglückwünscht Radentscheidler

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Beglückwünschte die Mitglieder der Initiative Radentscheid im Campus Center der Uni Kassel: Der Berliner Klima-Aktivist Heinrich Strößenreuther (Dritter v.re.)

Der Berliner Klima-Aktivist Heinrich Strößenreuther hielt einen Vortrag an der Uni Kassel und beglückwünschte den Kasseler Radentscheid, da die Gruppe das Thema Radverkehr zum Stadtgespräch gemacht hat.

Kassel. Anfang November überreichte die Initiative Radentscheid knapp 22.000 Unterschriften an Oberbürgermeister Geselle (SPD) und Dezernent Stochla (SPD). Vergangene Woche wurde den Initiatorinnen mitgeteilt die Stadt halte das Bürgerbegehren für rechtlich unzulässig. Die Radaktivistinnen sehen das anders. Wer hat nun Recht? Wie Prof Dr. Heußner zu Recht sagte, muss das im Zweifel ein Gericht entscheiden.

So oder so: Der Radentscheid ist bereits jetzt ein Erfolg. Schließlich hat die Gruppe das Thema Radverkehr zum Stadtgespräch gemacht und die Stadtpolitik massiv beeinflusst. Aufgrund der breiten Unterstützung aus der Kasseler Bevölkerung bleibt den kommunalen Entscheidungsträgern nichts anderes übrig als die Radinfrastruktur in angemessenem Umfang auszubauen. Dazu wird es demnächst weitere Verhandlungen zwischen Fahrrad‐Aktivisten und Vertretern der Stadt geben.

Klimaaktivist inspiriert Radentscheidler

Klimaaktivist Heinrich Strößenreuther, der den erfolgreichen Volksentscheid Fahrrad in Berlin ins Leben gerufen hat, beglückwünschte den Kasseler Radentscheid zu 22.000 Unterschriften und bestärkte die Gruppe in ihrem Engagement. Kürzlich sprach der Experte für Kampagnenarbeit vor ca. 180 Personen im Campus Center. Eingeladen hatte ihn ein Bündnis von Radentscheid, AstA, Greenpeace und dem ADFC. Strößenreuther berichtete dem interessierten Publikum von seinen Erfahrungen in der Hauptstadt und präsentierte auch Beispiele von Aktionen, die in Berlin für Aufsehen gesorgt haben. Dort wurden u.a. falsch parkende Autos von Aktivisten weggetragen oder mit Sprühsahne markiert.

Strößenreuther sprang mit Kollegen mit dem Rad in die kalte Spree, es wurden Spontandemos und Mahnwachen organisiert, Rabbiner eingeladen zusammen mit Imamen auf Tandems durch die Stadt zu fahren und Yoga auf dem Fahrrad praktiziert. Einige Aktionen waren umstritten, andere humorvoll, viele provokativ. Das Ergebnis lässt sich sehen. Im Juni 2018 wurde in Berlin das erste deutsche Mobilitätsgesetz verabschiedet, in dem die Förderung des Radverkehrs und der Ausbau der Radwege eine große Rolle spielt. Das Berliner Vorbild gab den Aktivisten mit auf den Weg noch mutiger und fordernder zu werden, denn der Klimaschutz dulde keinen Aufschub.

Tobias Marczykowski, Vorsitzender des AstA der Universität Kassel, zeigt sich nach der Veranstaltung von der positiven Resonanz begeistert: “ Nicht nur heute hat sich gezeigt, dass das Bürgerbegehren bereits einiges bewegt hat. Wir beobachten die Entwicklungen im Rathaus mit Spannung und stehen weiterhin entschlossen hinter dem Radentscheid.”

Zukünftige Pläne und Aktionen 

Die Kasseler Initiative plant nun weitere Aktionen , z.B. sollen die Stadtverordneten zu ihrer nächsten Sitzung am Montag, 4. Februar ab 15.30 Uhr im Rathaus mit Fahrradklingeln begrüßt werden. Im Februar wird die Gruppe im Rahmen der BikeExpo für ihren Sieg beim Stadtradeln geehrt und im März beteiligt sich der Radentscheid an einer Demonstration für die Verkehrswende der Initiative Nahverkehr. Weitere Aktionen folgen.

Initiatorin Anna Luisa Sümmermann ist guter Dinge: „Aufgrund der großartigen Unterstützung aus der Bevölkerung haben wir eine gute Verhandlungsposition gegenüber der Stadt. Das Engagement für die Verkehrswende macht mit diesem Team großen Spaß. Wir sind jetzt noch motivierter und machen solange weiter bis die Radwege da sind.“

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