Die erste „Ehe für alle“ in Kassel

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Sonja Kolb und Daniela Mücke haben heute in Kassel die erste gleichgeschlechtliche Ehe geschlossen. Oberbürgermeister Christian Geselle gratuliert dem Paar.

„Ja“ haben Sonja Kolb und Daniela Mücke schon am 1. Oktober 2010 zu einander gesagt, als sie ihre Lebenspartnerschaft begründet haben. Sieben Jahre später sind sie das erste Paar, das seine Lebenspartnerschaft im Standesamt der Stadt Kassel in eine Ehe umgewandelt hat.

Kassel. Die 20 Sitzplätze im Standesamt reichten bei Weitem nicht aus für Familie, Freunde, Nachbarn und Kollegen, die alle diesen besonderen Moment mit Sonja Kolb und Daniela Mücke  erleben wollten. Unter den ersten Gratulanten war Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle. Er betonte: „Die rechtliche Gleichstellung ist nun endlich vollzogen – aber gesellschaftlich bleibt noch einiges zu tun. Homophobe Einstellungen und Diskriminierung von nicht hetero-sexuellen Menschen haben in einem modernen Deutschland keinen Platz.“

Ebenfalls am heutigen Montag, 2. Oktober 2017, fand die erste gleichgeschlechtliche Eheschließung im Kasseler Standesamt statt. Doch die beiden Männer wollten diesen besonderen Moment ganz für sich haben und bleiben deshalb auf Grund des Datenschutzes anonym.

 Seit dem 1. Oktober 2017 ist das Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts in Kraft. Der Deutsche Bundestag hatte das Gesetz am 30. Juni 2017 beschlossen, was für die Standesämter eine relativ kurze Vorbereitungszeit zur Umsetzung des Gesetzes bedeutete. Für die gleichgeschlechtliche Ehe gelten die gleichen Ehevoraussetzungen wie für eine gemischtgeschlechtliche Ehe auch. Bei der Umwandlung ist Voraussetzung, dass die Lebenspartnerschaft noch besteht.

Die Anmeldung der beiden Institute erfolgt beim Standesamt am Wohnsitz einer der beiden zukünftigen Ehegatten. Die Eheschließung selbst kann dann bei jedem Standesamt in Deutschland stattfinden. Die Umwandlung erfolgt auf freiwilligen Antrag zweier Lebenspartner. In Kassel leben etwa 800 Lebenspartner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Das Standesamt gibt aber keine Prognose über die Zahl der zu erwartenden Umwandlungen ab. Der Gesetzgeber hat für die Umwandlung eine Trauungszeremonie vorgesehen. Lebenspartner können sich über den Onlinetraukalender des Standesamtes einen Termin zur Umwandlung reservieren.

 Wer keine erneute Zeremonie an den Trauorten der Stadt wünscht, kann die Umwandlung auch im Rahmen der Prüfung, ob eine Umwandlung möglich ist, in den Büros des Standesamtes Kassel vornehmen lassen. Hierzu empfiehlt sich eine Terminvereinbarung über die Telefonnummer 115 (ohne Vorwahl) des Servicecenters oder auf www.serviceportal-kassel.de.

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