Espenauerin erfindet Wurstfabrik für Zuhause

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Espenau. Mit der "Schinkenfee" lässt sich leckerer Aufschnitt herstellen, ganz ohne Zusatzstoffe. In Polen ist Grazyna Mendels Erfindung der Renner.

Espenau. Grazyna Mendel kauft ungern im Supermarkt ein. Fast alles, was in ihrem Kühlschrank  landet, hat die 52-Jährige selbst gemacht: Marmelade, Joghurt, Fruchtsäfte und die Butter. "Da weiß ich, dass keine Chemie  drinsteckt”, sagt Grazyna Mendel und strahlt. Ihr neuester Coup: Aufschnitt, selbst hergestellt und ganz ohne chemische Zusatzstoffe. Möglich macht’s die "Schinkenfee”, ein 20 Zentimeter hoher Edelstahl-Topf mit Druckplatte, Feder und Deckel, der wie eine Mini-Wurstmaschine funktioniert.

Egal ob Putenbrust, Rindfleisch oder vom Knochen befreite Hähnchenschenkel: Nach durchschnittlich einer Stunde im Wasserbad verwandelt die Schinkenfee  das Fleisch in einen leckeren Aufschnitt. "Pute, Salz, Pfeffer, frischer Knoblauch und ein paar Streifen Paprika. Mehr ist nicht drin”, sagt Grazyna Mendel, während sie den fertigen Aufschnitt aus dem Topf zieht und in feine Scheiben schneidet. "Wer einmal selbstgemachte Wurst gegessen hat, der kauft nie wieder diesen abgepackten Kram voller Zusatz- und Aromastoffe”.

Genau davon konnte Grazyna Mendel früher gar nicht genug bekommen.  Als sie Anfang der 90er Jahre aus Polen nach Deutschland kommt, ist sie begeistert von all den Fertigprodukten.  Erst nachdem die gesamte Familie immer dicker wird und die achtjährige  Tochter allergische Reaktionen zeigt, verbannt Grazyna Mendel Tütensuppen und Tiefkühlpizza aus ihrer Küche. Ein paar Jahre später sitzt sie mit Ehemann Maximilian in einem Hotelrestaurant, vor ihnen eine Riesenauswahl an Wurst, jede schmeckt gleich. "Da war uns klar: Wir wollen  unseren eigenen Aufschnitt herstellen. Die Frage war nur wie”, erinnert sich Maximilian Mendel.

Erster Selbstversuch mit einer Konservendose

Das Paar verschlingt unzählige Fernsehberichte zum Thema Wurstproduktion, informiert sich beim örtlichen Metzger und wagt schließlich den ersten Selbstversuch mit Konservendose. Das Ergebnis: ernüchternd. "Das Hühnerfleisch klebte am Boden fest, war trocken und ergab keine homogene Masse”, erinnert sich Grazyna Mendel. Bei einer Stahlfabrik geben die Mendels schließlich den ersten Schinkenfee-Prototypen in Auftrag. Anderthalb Jahre und viele Verbesserungen später ist die "Schinkenfee” schließlich fertig. 60 Euro kostet die Wurstfabrik für Zuhause –  Gebrauchsanweisung und Rezeptvorschläge inklusive. Hergestellt wird die "Schinkenfee”  in China; in derselben Fabrik, in der auch Haushaltswaren-Riese WMF produzieren lässt. "In Deutschland war die Herstellung leider zu teuer”, sagt Maximilian Mendel.

"Schinkenfee" -Videos sind in Polen der Hit

30.000 Euro hat er bis heute in seine kleine Küchenrevolution gesteckt. Nicht nur deshalb hofft er, dass die patentierte "Schinkenfee” hierzulande bald genauso ein Renner wird, wie in der Heimat seiner Frau. 3000 Wurstmaschinen wurden über den Onlineshop bereits nach Polen verkauft, die Kochvideos unter dem Namen "Szynkowar” kommen auf  bis zu 45.000 Klicks.  Grazyna Mendels Experimentierlust geht unterdessen weiter. Auch aus Gemüse oder Lachs hat sie dank "Schinkenfee” schon  leckeren  Aufschnitt gezaubert. "Es gibt nichts, was man nicht selbst machen kann”, sagt sie, während sie ein Stück Paprika und zwei Gürkchen auf der Putenbrust drapiert. 50 Minuten später dürfte die Gesichtswurst fertig sein.

+++ EXTRA INFO +++

Die siebenteilige Wurtsfabrik "Schinkenfee” kostet 59,93 Euro zuzüglich 3,90 Euro Versandkosten. Ab einer Bestellung von zwei Produkten ist der Versand gratis. Weitere Infos, Bestellung und Kontakt über: www.schinkenmaker.de oder direkt über die Firma Mendel, Im Gewerbepark 1a, 34314 Espenau, Tel. 05673-912041  oder per Mail: info@schinkenfee.de

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