Experten: Kasseler Dobermann-Mix ist "gesteigert gefährlich"

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Beim Wesenstest in der Fußgängerzone war eine Dobermann-Hündin bei der begegnung mit Radfahrern oder Artgenossen laut Experten "kaum noch zu kontrollieren". Sie muss nun in der Unterbringungsstelle für vermeintlich gefährliche Hunde bleiben.

Nach zwei Angriffen auf Kasseler Schulkinder: In Obhut genommener Dobermann-Mix besteht Wesenstest nicht und muss auf unbestimmte Zeit in Unterbringungsstelle bleiben.

Kassel.  Nach Vorfällen in Süsterfeld-Helleböhn am 10. August 2018 undHarleshausen am 29. August 2018, bei denen ein Dobermann-Mischling Schulkinder angegriffen und auch verletzt hatte, liegt der Stadt Kassel nun das schriftliche Gutachten über die einjährige Hündin vor.

Die Hündin – eine Mischung der Rassen Dobermann und Belgischer Schäferhund – ist derzeit als "gesteigert gefährlich" einzustufen und bis auf weiteres nicht vermittelbar. Das ist das Ergebnis eines Wesenstestes am 26. Oktober 2018 durch einen Sachverständigen.

Bei dem Wesenstest hatte sich die Hündin zunächst ausgeglichen und unauffällig gezeigt. Sie ließ sich auch anfassen, messen und fotografieren. Dann wurde die Begutachtung in eine Fußgängerzone verlegt, wo die Hündin zunächst „im Sitz“ an die Situation herangeführt wurde. In dieser statischen Situation beobachtete die Hündin die Fußgänger und zeigte sich „führig ohne Spannungstendenzen und ohne Auffälligkeiten“. Aus dieser statischen Situation wurde die Hündin dann in Bewegung gesetzt und an dem allgemeinen Fußgängerzonenbetrieb vorbeigeführt.

Plötzlich war die Hündin kaum noch zu führen bzw. zu halten. Auf alles, was sich bewegte – egal, ob Fußgänger, Radfahrer oder selbst die Straßenbahn – reagierte die Hündin mit „massivem Beute- und Verfolgungsverhalten“. Insbesondere bei vorbeifahrenden Radfahrern und bei Begegnungen mit Artgenossen war die Hündin kaum noch zu kontrollieren. Aufgrund dieses Verhaltens der Hündin musste der Wesenstest abgebrochen werden. Der Wesenstest gilt somit als nicht bestanden. Hündin weiterhin in Unterbringungsstelle

Die Hündin ist weiterhin in der städtischen Unterbringungsstelle für vermeintlich gefährliche Hunde untergebracht. Nach übereinstimmender Einschätzung des Sachverständigen und dem Leiter der Unterbringungsstelle wird es schwierig, die Hündin zu sozialisieren, dies sei aber nicht ausgeschlossen. Grundsätzlich resultiere das Verhalten der Hündin aus einem ausgeprägten Jagdinstinkt, dem durch mangelnde oder falsche Erziehung in den vorherigen Haltungen nicht bzw. nicht ausreichend entgegengewirkt wurde.

Um möglichst eine lebenslange Unterbringung der noch jungen Hündin zu vermeiden, ist mit dem Leiter der Unterbringungsstelle vereinbart, dass dieser in den kommenden Monaten mit der Hündin an ihren Defiziten arbeitet. Sobald die Aussicht besteht, dass die Hündin einen erneuten Wesenstest bestehen könnte, wird ein zweiter Wesenstest durchgeführt. Die rechtlichen Grundlagen der Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und Führen von Hunden (HundeVO) räumen in begründeten Einzelfällen die Durchführung eines weiteren Wesenstestes ein.

Nach Einschätzung des Leiters der Unterbringungsstelle wird sich das Arbeiten mit der Hündin über mehrere Monate hinziehen.

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