EXTRA TIP-Weihnachtsaktion 2017: Neues Spielzimmer für kranke Kinder

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Freuen sich auf ein noch schöneres Spielzimmer für ihre kleinen Patienten: (v.li.) Heilpädagogin Katharina Kulig, Ergotherapeutin Karoline Kienzler und Dr. Rudolf Funke, leitender Oberarzt der Neuropädiatrie sowie 1. Vorsitzender von Freunde e.V., Förderverein für Familien mit neurologisch kranken Kindern mit neurologisch kranken Kindern.

Die EXTRA TIP-Weihnachtsaktion kommt in diesem Jahr der Neuropädiatrie des Klinikums in Kassel zugute.

Kassel. Eigentlich hängen hier gar keine Schilder, aber wer genau hinschaut, kann sie überall sehen. „Ich bin schuld“, steht darauf. Und die, die das denken, sind Eltern und Verwandte von Kindern, die nach schweren Unfällen oft monatelang auf der „Neuropädiatrie“ des Klinikums Kassel liegen und mühsam ins Leben zurück finden müssen. Sie sind bei einem Auto- oder Fahrradunfall schwer verletzt worden, sind fast ertrunken, oder mit dem Trecker überfahren worden. Oft konnten sie schon gut sprechen und laufen, beherrschten die vielen Techniken, die man im Alltagsleben so braucht. Und dann kam der Unfall. Und monatelang geht es nur noch darum, zu überleben. Tabletten nehmen und schlafen. Schon essen und gewaschen werden ist Stress. Die Durchschnittsliegedauer der kleinen Patienten in der „Neuropädiatrie“ liegt zwischen drei und sechs Monaten. „Früher gab es im Krankenhaus für Kinder gar nichts“, erzählt die Ergotherapeutin Karoline Kienzler. „Aber im Krankenzimmer halten es die Kinder nicht mehr lange aus, wenn die akute Phase vorbei ist. Sobald sie sich wieder bewegen können, bringen wir sie mit dem Rollstuhl ins Spielzimmer. Nach oft monatelanger Bettruhe müssen sie sich ganz langsam wieder an den Alltag gewöhnen.“

Hilfe gibt es auf dieser Station, im Spielzimmer, nicht nur für die verunglückten Kinder. Nein, es sind auch die Erwachsenen, die Eltern, die Großeltern, der Onkel, die Tante, die sich oft schwerste Vorwürfe machen, wenn sie die Kleinen sehen, die nicht mehr sprechen, hören, laufen, sehen können. „Was mache ich mit meinem Kind? Wie gehe ich mit meinem Kind um?“, sind die Fragen, die sich die Erwachsenen täglich auf der Station stellen. Für die Ärzte, Erzieher, Heilpädagogen und Ergotherapeuten auf der Station ist die Antwort klar: „Die Kinder müssen alles wieder neu erlernen – kämmen, Zähne putzen, sprechen, laufen, alles eben.“ Und dabei hilft das Spielzimmer, dass mit dem Geld der EXTRA TIP-Weihnachtsaktion ganz neu und professionell ausgestattet werden soll. „Dieses Spielzimmer ist für die Kinder, die so lange hier sind, eine Insel der Hoffnung, eine Hoffnung, dass es wieder ein anderes, besseres Leben geben wird. Es ist ein Zuhause. Und schwerstbehinderte Kinder, die immer mal wieder auf die Station kommen müssen, fragen schon vorher: ‘Gibt es das Spielzimmer noch?’" Ja, das gibt es noch. Und in Zukunft soll es noch schöner sein.

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