Der EXTRA TIP wird 40 Jahre alt

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Erstausgabe vom 20. Oktober 1977

Früher war alles – anders! Ungläubig staunend blicken mich unsere jungen Volontärinnen und Praktikanten an, erzähle ich von dem Zeitungmachen damals.

„Damals“, das sind in meinem Fall doch nur 25 Jahre zurück. Und dennoch ist es eine Reise in eine andere Zeit. Ohne Handy und digitale Fotografie, Ganzseiten-Layout und – Google! Denn heute ist fast jeder online auffindbar, die Recherche nach dem Vornamen der abgelichteten Ehefrau eines Lokalpolitikers konnte an einem Samstagmorgen in der Schlussproduktion gewisse Nervosität aussuchen.

Soziale Netzwerke waren schon damals das wichtigste Werkzeug für uns Journalisten – die Pflege selbiger aber weitaus aufwendiger aber auch intensiver als es eine Facebook-Freundschaft je sein wird. Unsere Kommunikationsplattformen waren das Auestadion und die Eissporthalle, die Rathaus- und Gerichtskantine, die Baustellen und die Kneipe. Dort kamen die Infos her. Und wenn nicht, warteten wir vor dem Fax oder öffneten hunderte Briefumschläge, ließen uns zig Veranstaltungsankündigungen am Telefon durchgeben.

Und dann wurde getippt, gescribbelt und gebaut. Und Letzteres ist wörtlich zu nehmen. Textausdrucke wurden ausgeschnitten, auf Zeile geklebt – und vom Herrscher des Fotosatzes auch mal rigoros mit der Schere gekürzt. Der Weg der Nachricht zum Leser war manchmal ein Abenteuer und dauerte viele Stunden. Heute ist die Spanne auf wenige Sekunden zusammengeschmolzen. Inhalte überschwemmen das Netz.

Von jedem über jeden und alles. Alles anders also? Nicht ganz. Denn ein feines Näschen für die Themen, ein scharfes Auge für ihre Bewertung sowie ein klares Wort in der Berichterstattung bleiben die wichtigsten Merkmale für unsere Redaktion. Gestern genauso wie heute und sicher auch Morgen.

Lesen Sie weitere Themen aus unser Jubiläumsausgabe "40 Jahre EXTRA TIP".

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