facebook ändert AGBs: Der gläserne User

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Besuchte Webseiten, Aufenthaltsort, installierte Apps: Durch seine neuen AGB erhält facebook noch mehr Informationen über seine User.

Region. Wer sich seit Freitag bei facebook eingeloggt hat, hat den neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Sozialen Netzwerks automatisch zugestimmt. Ausnahmen gibt es nicht – auch die weit verbreiteten Pinnwand-Posts, in denen Nutzer der kommerziellen Nutzung ihrer persönlichen Daten widersprechen, zeigen keinerlei Wirkung.Die einzige Möglichkeit, sich den facebook-AGB zu entziehen, ist, dem Netzwerk den Rücken zu kehren und seinen Account zu löschen.

Protest gleicht einem Sturm im Wasserglas

Das dürfte für den Großteil der 28 Millionen Nutzer in Deutschland nicht in Frage kommen. Denn: Nicht nur in der privaten Kommunikation besitzt facebook einen hohen Stellenwert, viele nutzen das Soziale Netzwerk als Informationsquelle oder sind beruflich darauf angewiesen. So gleicht die Aufregung über die Datensammelwut des Unternehmens einmal mehr einem Sturm im Wasserglas.Konkret von den Änderungen betroffen sind die Nutzungsbedingungen sowie die Daten- und Cookies-Richtlinien.So kann facebook das Surfverhalten seiner Nutzer künftig auch dann auswerten, wenn diese die Webseite verlassen oder die App geschlossen haben. Damit sollen die Werbe-Anzeigen stärker den Interessen der einzelnen Nutzer angepasst werden. Bislang wird Werbung vor allem anhand von Profil und "Gefällt mir"-Angaben generiert.Zudem beobachtet das Unternehmen genauer, wo sich Smartphone-Nutzer aufhalten und welche Apps sie wie oft nutzen. Während bislang jeder Nutzer weitgehend selbst entscheiden konnte, was er auf facebook postet oder teilt, verfolgt das Unternehmen seine Nutzer künftig auf deren Weg durch das Netz und sammelt deutlich mehr Informationen als bisher.

facebook stellt Transparenz in den Vordergrund

Facebook selbst schreibt sich auf die Fahnen, durch die Änderungen der AGB transparenter zu werden. So erhalten Nutzer künftig zu jeder Anzeige eine Erklärung, warum sie diese sehen. Zudem können Nutzer zumindest teilweise selbst entscheiden, welche Anzeigen sie sehen wollen.Ursprünglich sollten die Änderungen bereits zum 1. Januar in Kraft treten – aufgrund vehementer Kritik hatte facebook den Termin um einen Monat verschoben.

Was facebook-Nutzer tun können

Solange ein Browser Cookies abspeichert, beobachtet facebook das Surfverhalten der Nutzer.

Um das zu verhindern, kann man Cookies in seinem Web-Browser deaktivieren. Damit geht jedoch das Risiko einher, dass Webseiten nicht korrekt angezeigt werden.

Eine weitere Möglichkeit, zu verhindern, dass facebook und andere Unternehmen die Informationen zu Werbezwecken nutzen, ist, sich bei Unternehmen zu registrieren, die Tracking betreiben.

Alle entsprechenden Firmen sind auf der Webseite www.aboutads.info/choices aufgelistet.

Über das Menü "Warum sehe ich diese Anzeige?" leitet facebook Nutzer teilweise auch auf Seiten weiter, auf denen sie sich gegen gezielte Werbung entscheiden können.

Diesen Prozess müssen Nutzer allerdings für jeden Web-Browser und jedes Gerät wiederholen, mit dem sie facebook nutzen. Und selbst dann betreibt facebook weiter Tracking – aus Sicherheitsgründen, wie es heißt.

Wie oft Werbeanzeigen erscheinen, kann der Nutzer jedoch nicht beeinflussen. Er kann lediglich dafür Sorge tragen, dass sich deren Inhalte nicht aus dem persönlichen Surfverhalten ableiten.

Namen, E-Mail-Adressen oder Infos, die es erlauben, jemanden persönlich zu identifizieren, gibt facebook laut eigenen Aussagen nicht ohne Zustimmung weiter.

Um sich der Überwachung zumindest teilweise zu entziehen, empfehlen Verbraucherschützer, facebook zu verbieten, die Ortungsdaten des Smartphones zu nutzen, und die Informationen einzuschränken, die das Unternehmen nutzen darf, um Werbung zu personalisieren.

Bei den meisten Smartphones kann man in den Einstellungen grundsätzlich oder für bestimmte Apps verbieten, dass es Ortungsdaten teilt.

Man kann auch verhindern, dass Facebook fremde App-Daten nutzt. Diese Einstellung ist jedoch nicht in der facebook-App, sondern im Smartphone zu finden.

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