Fahrer flüchteten - aber an den Airbags klebt die DNA

+
Ein Unbekannter prallte mit dem Auto ins Burger-King. Foto: Archiv

Kassel. In zwei spektakulären Fällen von Unfallflucht wird die Polizei anhand von DNA-Spuren Ermittlungen aufnehmen.

Kassel. Auch ein Auto hat eine Art "DNA". Zumindest Merkmale, die Fahrzeugmarke und -baujahr fast immer verraten. "Unsere Experten der Unfallfluchtgruppe können anhand von kleinen Fahrzeugteilen, Lack- und

Glassplittern durch Abgleich mit Datenbanken in einigen Fällen sehr genau feststellen, um welches Fabrikat es sich handelt", erklärt Polizei-Pressesprecher Wolfgang Jungnitsch die Detektiv-Arbeit seiner Kollegen.  Haben Zeugen zum Beispiel bei einem Parkrempler "einen grünen Kombi" gesehen, wird  schnell ein BMW, Audi oder Mitsubishi daraus – soweit Spuren am Tatort vorhanden sind.   Jede Menge Spuren, aber keine Fahrer fand die Polizei bei zwei spektakulären Unfällen im Oktober: ein Unbekannter schleuderte  auf der Druseltalstraße in das Gebäude von Burger-King. Und ein anderer legte auf der Dresdner Straße, ebenfalls in den frühen Morgenstunden, seinen weißen Jaguar XF so aufs Dach, dass der Sportwagen nur noch Totalschaden ist."Wir sind optimistisch, beide Fahrer ausfindig machen zu können", sagt Wolfgang Jungnitsch. Im Falle des Burger King-Crashers gibt der Halter zwar an, den Fahrer nicht zu wissen, da mehrere Personen Zugriff auf den Firmenwagen hätten. Doch Zeugen haben den Mann wiedererkannt, der noch während der Polizeiermittlungen in einem anderen Wagen erneut an der an der Unfallstelle vorbeigefahren sein soll. "Kriminaltechnische Untersuchungen, unter anderem ein DNA-Abgleich mit den Unfallspuren auf den Airbags könnten jetzt Klarheit bringen. "Bei so einem Unfall wird etwas auf den Airbags zu finden sein: Schweiß, Speichel, Blut – und da ist auszuschließen, dass es auf anderen Wegen an die Airbags gelangt ist", weiß Jungnitsch.Der Jaguar-Fahrer, der bei seiner Unfall gegen Beuys-Eiche und Basaltstele prallte, war an seiner Meldeandresse in der Unfall-Nacht nicht anzutreffen. Ärgerlich für die Polizei, denn häufig sind Alkohol oder Drogen die Gründe für das Entfernen vom Unfallort. "Argumentiert wird dann mit einem Schock-Zustand – und die Fahrer melden sich erst, wenn sie meinen, dass ihnen nichts  mehr nachzuweisen ist", sagt Wolfgang Jungnitsch.Ob der Besitzer des weißen Jaguar, EXTRA TIP-Informationen nach ein Kasseler Gastronom,  in der Unfallnacht auch der Fahrer war, steht noch nicht fest. Der Mann macht vor der Polizei keine Angaben und wird von einem Rechtanwalt vertreten.Aber auch hier sind die Ermittler der Unfallflucht-Gruppe der Kasseler Verkehrsinspektion sicher, über die Spurenauswertung den Fahrer identifizieren zu können, so Jungnitsch. Das Strafgesetzbuch sieht bei Verurteilung wegen Fahrerflucht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor.Daneben drohen in strafrechtlicher Hinsicht auch die Entziehung der Fahrerlaubnis und die Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis. Die kann für die Dauer von sechs Monaten bis zu fünf Jahren ausgesprochen werden.

Lesen Sie dazu auch:

Unfallflucht: Die Zahlen steigen stetig

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Umfrage beginnt: Wie sicher fühlen sich die Menschen in Kassel?

Ab Montag, 18. November, werden 10.000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger in der gesamten Stadt Kassel angeschrieben und nach ihrem Sicherheitsempfinden befragt.
Umfrage beginnt: Wie sicher fühlen sich die Menschen in Kassel?

Countdown zum Kasseler Weihnachtsmarkt läuft

Nicht nur der Weihnachtsbaum für den diesjährigen Märchenweihnachtsmarkt stammt aus dem Schwalm-Eder-Kreis. Auch die diesjährige Symbolfigur hat ihre überliefert …
Countdown zum Kasseler Weihnachtsmarkt läuft

Gewaltsam Jacke vom Körper gerissen: Festnahme nach Raub in Kassel

Zeugen hatten Tatverdächtigen am späten Dienstagabend noch zu verfolgen versucht
Gewaltsam Jacke vom Körper gerissen: Festnahme nach Raub in Kassel

„Bezahlung ist nicht gerecht!“: Lehrkräfte an Grundschulen fordern bessere Bedingungen

In ganz Hessen protestieren Grundschullehrer für eine faire Besoldung, die Anerkennung ihrer Arbeit und für bessere Bedingungen in den Schulen. Denn immer mehr …
„Bezahlung ist nicht gerecht!“: Lehrkräfte an Grundschulen fordern bessere Bedingungen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.