Fair sein zu Mensch und Umwelt: Kasseler demonstrierten zur Fashion Revolution

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Brachen mit Designerin Sophia Schneider-Esleben zum Fashion Revolution Move durch Kassel auf: Kira Kimm von Soki (mitte) und Katharina Ladleit von Melawear (re).
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Zur Bewegung 'Fashion Revolution' organisierte die Kasseler Designerin Sophia Schneider-Esleben eine Demonstration für faire Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken. Wir haben die Bilder.

Kassel. Am 24. April 2013 ereignete sich mit dem Einsturz des Gebäudekomplex ‘Rana Plaza’ in Bangladesch ein schwerer Fabrikunfall, bei dem tausende Textilarbeiter verletzt wurden und 1.135 Menschen starben. Als Reaktion riefen weltweit Unternehmer, Aktivisten und Engagierte aus dem Modegeschäft die Bewegung ‘Fashion Revolution’ ins Leben, um den Unglücksopfern zu gedenken und darüber hinaus auf die Missstände in der Textilindustrie aufmerksam zu machen.

Unglück war Auslöser für Umdenken der Modewelt

Auch in Kassel greift die Bewegung, die faire Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken fordert, in diesem Jahr um sich. Zur jährlichen Fashion Revolution Week organisierte die nachhaltige Modedesignerin Sophia Schneider-Esleben den Vortrag ‘Change Fashion‘ und eine Demonstration. Die Designerin, die im Jahr 2015 ihr gleichnamiges veganes EcoLabel gründete, klärte bei ihrem Vortrag Anfang der Woche im Umwelthaus über die Modebranche auf und sprach über die Wertschöpfungskette sowie nachhaltige Lösungen:

„Die heutige Modeindustrie ist moderne Sklaverei, 80 Prozent der Textilarbeiter sind Frauen und niemand erhält ein Mindesteinkommen. Aus Zeit- oder Geldmangel, weil die Menschen 17 Stunden pro Tag arbeiten müssen, haben viele keine Chance auf Weiterbildung“, so Schneider-Esleben. Als Lösungsvorschläge nennt die 31-Jährige sich ein bewussteres Kaufverhalten anzueignen, aussortierte Kleidung direkt zu spenden und von vornherein darauf zu achten, fair produzierte Mode zu kaufen. Die Kleidungstücke ihrer eigenen Kollektionen bestehen dabei ausschließlich aus biozertifizierten Materialien und Stoffen, die in Sachsen gewebt und gestrickt werden.

„In der Fast Fashion Industrie reist ein Kleidungsstück vom Baumwollfeld bis zum Ladentisch 65.000 Kilometer. Im Vergleich kommen bei meinen Kleidungsstücken 3.000 Kilometer zusammen, weil ich bewusst auf Flugfracht verzichte“, verrät Schneider-Esleben, die seit sieben Jahren in Kassel lebt. Dass ein Umdenken zur Nachhaltigkeit hin und ein Bewusstsein für die teils verheerenden Arbeits-Standarts in der Modeindustrie bereits in Kassel angekommen sind, zeigen die vielen Demonstranten, die dem Ruf von Sophia Schneider-Esleben gefolgt sind und sich am Freitag zum Fashion Revolution Move sammelten.

Fashion Revolution Move durch die Innenstadt

Vom Fingerz am Entenanger ging es durch die Innenstadt und durch den Vorderen Westen. Die Route verlief dabei gezielt entlang an Geschäften, die fair produzierte Kleidung verkaufen. In den Geschäften führten die Demonstranten Gespräche mit den Inhabern, konnten Fragen zum jeweiligen Sortiment stellen und sich näher über die verschiedenen Waren informieren. So führte die Demonstration an Ginko in der Neuen Fahrt, Timeless in der Wolfsschlucht sowie Elsbeth, hab selig und Soki in der Friedrich Ebert Straße vorbei und endete schließlich bei Getränken und einem get together im Wildwoodstore. Große Unterstützung für die Demonstration fand die Designerin dabei von Greenpeace Kassel.

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