Fall Lübcke: Stephan Ernst soll 2016 einen Flüchtling niedergestochen haben

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Gegen den mutmaßlichen Mörder von Regierungspräsident Walter Lübcke laufen weitere Ermittlungen wegen einer Gewalttat.

Stephan Ernst, Hauptverdächtiger im Mordfall Lübcke, soll 2016 einen Flüchtling niedergestochen haben.

Aktualisiert um 14.41 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Kassel führt ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Totschlags, nachdem ein irakischer Asylbewerber am 06.01.2016 auf dem Weg von der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Lohfelden zu der am Ende der Straße "Am Fieseler Werk" gelegenen Tankstelle durch einen Radfahrer mittels eines Messers angegriffen wurde. Wenige Meter vom Einmündungsbereich "Am Fieseler Werk" / Crumbacher Straße entfernt erreichte der Radfahrer den Geschädigten und stach diesen unvermittelt von hinten mit einem Messer in den Bereich der linken Schulter. Dadurch wurde dem Geschädigten eine nicht unerhebliche Schnittverletzung zugefügt. Der Radfahrer setzte seine Fahrt fort.

Die daraufhin durchgeführten umfangreichen Ermittlungen haben im Ergebnis nicht zur Identifizierung des Täters geführt.

Nunmehr haben sich Anhaltspunkte ergeben, dass der gegenwärtig wegen des Verdachts des Mordes zum Nachteil des Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke in Untersuchungshaft befindliche Beschuldigte möglicherweise auch diese Tat vom 06.01.2016 begangen haben könnte. Die Staatsanwaltschaft Kassel hat einen Anfangsverdacht wegen des versuchten Totschlags gegen ihn bejaht. Zu den einzelnen Umständen, die den Anfangsverdacht begründen, können aus ermittlungstaktischen Gründen gegenwärtig keine weiteren Angaben gemacht werden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kassel wurde die Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten richterlich angeordnet. Der Durchsuchungsbeschluss wurde am gestrigen Tag an der ehemaligen Wohnadresse des Beschuldigten in Kassel durch Beamte des Polizeipräsidiums Nordhessen vollstreckt und potentielle Beweismittel sichergestellt.

Ob sich der gegen den Beschuldigten gerichtete anfängliche Tatverdacht bestätigen wird, bleibt dem Ausgang der weiteren Ermittlungen vorbehalten.

Die Bundesanwaltschaft wird laufend unterrichtet, um eine Entscheidung zur Übernahme des Verfahrens treffen zu können

Kassel. Der Mann überlebte damals schwer verletzt. Ernst soll den irakischen Flüchtling 2016 in Lohfelden niedergestochen haben. Es besteht ein Anfangsverdacht, konkrete Beweise gibt es bislang nicht. Zuvor hatte unter anderem "Spiegel Online" darüber berichtet. Am Donnerstag hatten Ermittler das Haus von Stephan Ernst im Kasseler Stadtteil Forstfeld durchsucht.

Laut "Spiegel Online" geht es um einen Angriff auf einen irakischen Flüchtling vor dreieinhalb Jahren. Der damals 22 Jahre alte Asylbewerber wurde in Lohfelden bei Kassel von Unbekannten mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Den Angaben nach besteht der Anfangsverdacht, dass Stephan E. daran beteiligt war.

Der Rechtsextremist soll im Juni den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) mit einem Kopfschuss getötet haben. Der mutmaßliche Täter, gegen den die Bundesanwaltschaft wegen Mordes ermittelt, sitzt in Untersuchungshaft. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der 45-jährige Stephan E. hatte die Tat gestanden und dann sein Geständnis widerrufen.

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