Falsche Tierliebe: Ein Zoohändler über das Verschenken

Verkauft nicht jedem ein Tier, sondern achtet darauf, dass die Person auch in der Lage ist, sich darum zu kümmern: Zoohändler und Tierexperte Frank Hose. Im Bild mit seiner Lieblingsschlange, einer Boa constrictor.
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Verkauft nicht jedem ein Tier, sondern achtet darauf, dass die Person auch in der Lage ist, sich darum zu kümmern: Zoohändler und Tierexperte Frank Hose. Im Bild mit seiner Lieblingsschlange, einer Boa constrictor.

Der Tier-Experte aus dem Zoohaus Süd in der Frankfurter Straße berichtet über Haustiertrends, spricht sich aber entschieden gegen das Verschenken von Lebewesen aus.

Kassel.  Nicht nur zu Weihnachten, sondern auch zu anderen Anlässen stellt sich vielen Leuten die Frage, ob man zum jeweiligen Fest auch ein lebendiges Tier verschenken sollte?

Frank Hose, Inhaber des Zoohaus Süd in der Frankfurter Straße, spricht sich entschieden gegen das Verschenken von Tieren aus und erklärt, dass er den Tierkauf in seinem Geschäft genauestens hinterfragt: „Als Zoohändler kann ich ein Tier verkaufen, muss es aber nicht“, sagt Hose. „Als Halter muss man ein Tier lieben. Dazu muss man es vorher selbst gesehen- und erlebt haben, um sich überhaupt verlieben zu können“, nennt er als Grund für seine ausgiebige Beratung der Kunden.

Mädchen wollen lieber Kaninchen

Kleintiere verkauft der Inhaber des ältesten Zoogeschäfts in Kassel vermehrt an Mädchen, am beliebtesten sind dabei Kaninchen. „Jungen möchten hingegen lieber Besitzer von Fischen oder Reptilien sein.“ Das Exotischste, das der Tierexperte jemals verkauft hat, war ein Krokodil, das er vor über 20 Jahren bei einem Reptiliengroßhändler bestellt und danach in seinem Geschäft versorgt hatte, bevor er es wieder verkaufte, erinnert sich Frank Hose.

„Oftmals sind es aber eher Eltern, die zu mir kommen und ihren Kindern ein Tier schenken möchten.“ In solchen Fällen geht er im Beratungsgespräch direkt auf das Alter der Kinder sowie deren bisherige Erfahrung, im Umgang mit Tieren, ein: „Habe ich das Gefühl, die Person kann sich nicht angemessen um das Tier kümmern, bleibt es bei mir im Zoohaus“, sagt Frank Hose. Dass sich manche Kunden dadurch ungerecht behandelt fühlen, ist Frank Hose längst nicht so wichtig wie das Wohlergehen seiner Tiere.

Diese Einstellung ist bemerkenswert tiergerecht und resultiert aus einem sofort spürbaren hohen Maß an langjährigem Fachwissen, wenn man mit dem Zoohandel-Chef ins Gespräch kommt. Nach eigener Behauptung gibt es kein Tier, das er nicht artgerecht halten könnte und von dem er nicht genau wüsste, was es braucht, weil er damit groß geworden ist. "Das Wohl meiner Tiere ist mir wichtiger, als der Profit. In diesem Punkt unterscheide ich mich deutlich von den Großmärkten oder Tierbösen."

Vereinzelt gab es auch Fälle, so erzählt er, in denen Kunden ihr erworbenes Tier abgeben und ihr Geld zurück haben wollten. Der ehemalige Züchter von Chamäleons und Bartagamen sagt aber ganz klar, dass er keine Tiere zurücknimmt und die Kunden sich privat bemühen sollen, die Tiere wieder zu verkaufen.

Es kam laut Hose natürlich auch vor, dass Kunden eine Allergie entwickelt hatten und ihm die Tiere zurück schenken wollten. In solchen Fällen nimmt Frank Hose dann doch vermehrt Kleintiere, je nach Platzmöglichkeit, in einer liebevoll angelegten Gehege-Anlage hinter dem Zoogeschäft auf.

Er ist eben ein wahrer Tierfreund.

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