Farbschmierereien in Kasseler Nobel-Wohnviertel - Anwohner verdächtigen Jungenheim-Bewohner

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Mit grauer, weißer und silberner Farbe beschmierte der Unbekannte oder die Unbekannten Müllcontainer in der Wiederholdstraße sowie Hofeinfahrten im Pangesweg und ebenfalls in der Wiederholdstraße.

Der Jungenheim-Leiter berichtet auf Anfrage, ob ein Bewohner seiner Einrichtung der Täter sein könnte: „Das ist nicht ausgeschlossen.

Kassel. Das Jungenheim im ehemaligen Restaurant „Zum Bismarckturm“ am Brasselsberg sorgte schon vor seiner Eröffnung bei Anwohnern für viel Aufruhr und Kritik. Grund: Sie haben Angst vor der Zunahme an Straftaten im Stadtteil. Nun steht neuer Trubel an.

Seit Ende Januar kümmert sich Sozialpädagoge Andreas Böhle (Endurance Jugendhilfe GmbH) im Haus an der Konrad-Adenauer-Straße um die Jungen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Er möchte die Jugendlichen vor allem mit viel Sport wieder auf die richtige Spur bringen. „Sie kommen alle aus schwierigen Verhältnissen, konnten deshalb nicht bei ihren Eltern wohnen.“ Damit sie nicht weiter auf die schiefe Bahn geraten hat Böhle das Haus bereits 2017 gekauft und anschließend umgebaut.

Nachdem die Bewohner vier Wochen in ihrer neuen Heimat sind, gab es in der Nacht vom 26. auf den 27. April mehrere Vorfälle von Schmierereien auf Hauswänden. Neben Müllcontainern, Hofeinfahrten und einer Bushaltestelle wurde auch ein Hakenkreuz an die Kirche geschmiert. Anwohner verdächtigen nun die Bewohner des Jungenheim, die Taten begangen zu haben.

Mehrere Hofeinfahrten wurden beschmiert

Strafanzeige bei der Polizei wurde gestellt. Polizeisprecher Matthias Mänz berichtet: „Wir sind da in den Ermittlungen.“ Jungenheim-Leiter Böhle berichtet auf Anfrage, ob ein Bewohner seiner Einrichtung der Täter sein könnte: „Das ist nicht ausgeschlossen. Wir sind da dran.“ „Es war eine regelrechte Farbschmierereien-Verwüstung, die sich durch das ganze Quartier zog“, berichtet eine Anwohnerin. Sie habe schon früher, als bekanntgegeben wurde, dass so ein Heim am Brasselsberg entsteht, in einer Versammlung gefordert, dass so Jungs doch besser auf dem Land aufgehoben wären, weil sie sich dort besser austoben könnten. Die Einrichtung ist kein geschlossenes Heim: „Die Jungs können sich tagsüber und nachts frei bewegen“, erklärt Böhle.

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