Fehleinschätzung "Twike": Bundeswirtschaftsministerium gefährdet Firma

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Der Bundestagsabgeordnete Dr. Edgar Franke (li.) möchte Twike-Geschäftsführer Martin Moescheid dabei helfen, eine Förderung für das nordhessisches E-Fahrzeug "Twike 5" zu bekommen.

Auf einer Automobilmesse in der Schweiz sorgte ein Modell des Twike 5 für viel Aufsehen. Empört war Geschäftsführer Martin Moescheid deshalb darüber, dass sein Fahrzeug nicht gefördert werden soll.

Berlin/Rosenthal. Seit Jahren konstruiert die Firma Twike das Elektrofahrzeug TWIKE 5. Jetzt geht es an den Start und siebenhundert Vorbestellungen liegen vor. Grund zur Freude? Nein. Die Bundesregierung weigert sich, dieses Fahrzeug zu unterstützen und gefährdet dadurch dieses umweltfreundliche Projekt. Der Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels hat sich für die Firma in Nordhessen eingesetzt und bekam eine ablehnende Antwort von der Staatssekretärin im Bundesminsierium für Wirtschaft und Energie, Elisabeth Winkelmeiser-Becker:

„Ein Ziel des Umweltbonus ist es, einen nennenswerten Beitrag zur Reduzierung der Schadstoffbelastung der Luft zu leisten. Diese Ziel kann am ehestens erreicht werden, wenn Fahrzeuge mit hohen Emmsisionswerten ersetzt werden. Kleine Elektrofahrzeuge wie das Twike 5 können herkömmliche Pkws der Klasse M 1 ergänzen, diese aber nicht in jedem Fall ersetzen. Eine Ausweitung des Umweltbonus auf Elektrofahrzeuge dieser Art ist derzeit nicht geplant. Der Umweltbonus zielt im Übrigen auf den überregionalen Fahrzeugeinsatz in der Masse ab. Unabhängig davon behält die Bundesregierung die weitere Marktentwicklung im Blick und wird den Umweltbonus weiterhin dort, wo es nötig ist, anpassen.“

Tief enttäuscht zeigte sich TWIKE-Geschäftsführer Martin Moescheid über diese Einschätzung: „Grundsätzlich ist die Einschätzung aus mehreren Gründen anfechtbar, da die einzig genannte Entscheidungsgrundlage gegen unser Fahrzeug (Einsatz nur als Zweitfahrzeug d. Red.) schon seit über zwanzig Jahren für viele unserer Kunden gängige Praxis ist. Anderes hier zu lesen lässt mich Kopfschütteln. Unsere Fahrzeuge erzielen höhere Reichweiten (Praxis- werte über 600 Kilometer), verbrauchen weniger Energie (4-7 kWh/100km) und werden mit ihrer Größe und ihrem niedrigen Gewicht allen Anforderungen der täglichen und speziell der urbanen Mobilität ideal gerecht. Folgt man einzig dieser oben genannten Einschätzung, denn ein Argument ist es ja eigentlich nicht, dann dürften kleinere Klasse M1 Fahrzeuge, wie z.B. ein smart fortwo mit gerade einmal 159 Kilometer Reichweite ebenso nicht auf die BAFA-Liste sein.

Wertet man jedoch die weiteren genannten Zielsetzungen wie nennenswerter Beitrag zur Reduzierung der Schadstoffbelastung der Luft, Förderung von Elektrofahrzeugen in großer Zahl um Fahrzeuge mit Verbrenner der Klassen M1 usw. zu ersetzen, Preisunterschiede auszugleichen, Anreize zu schaffen, um auszusteigen, kann man der Argumentation folgen, muss aber zu dem Schluss kommen, noch bessere Fahrzeuge (leichtere Elektrofahrzeuge erreichen die Zielsetzungen ja noch viel besser) sogar noch intensiver zu fördern, statt sie aus der Förderung komplett auszuschließen und die „Innovation“ geradezu zu behindern! Diese Zeilen musste ich kurz formulieren weil mir die Ungleichbehandlung und massive Schädigung unserer Geschäftsvorgänge wirklich existenzielle Sorgen macht.“

Der Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels wird Bundeswirtschaftsminister Altmeier über diese Einschätzung informieren und die Problematik in der Fragestunde des Bundestages im September zur Sprache bringen. Auch der lokale Bundestagsabgeordnete Dr. Edgar Franke machte sich vor Ort kundig und wird sich für das Fahrzeug einsetzen.

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