Fernbuslinien: Diskussion geht weiter

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Kassel. Fernbusse am Bahnhof Wilhelmshöhe: Höherer Touren-Takt führt zu steigender Anwohner-Belastung.

Kassel. Eine zunehmende Nutzung des Busbahnhofs durch die Fernbuslinien bedeutet eine erhebliche Belastung für die unmittelbaren Anwohner. Das findet der Ortsbeirat Wehlheiden. "Es ist ein erster Erfolg in der Diskussion, dass diese Einsicht wächst", sagt Wehlheidens Ortvorsteher Norbert Sprafke.

Während der Fachverband Omnibusverkehr eine  geeignete und attraktive Fernbusinfrastruktur fordert, halten sich die überregionalen Betreiber der Fernbuslinien zurück. "Es ist vollkommen unverständlich, warum sich die Fernbuslinienbetreiber  bisher nicht in eine lösungsorientierte Debatte einbringen, die durch ihre unternehmerische Aktivität entstehen". Die Betreiber seien in der Pflicht, sich aktiv mit der Stadt und dem Regierungspräsidenten um eine stadtverträgliche Linienführung und entsprechenden Standort  für einen Busbahnhof zu kümmern. "Die Fernbuslinienbetreiber können nicht erwarten, dass ihnen Bahn oder Stadt die Infrastruktur für ihre Unternehmen kostenlos zur Verfügung stellen", so der Ortsvorsteher.

Die Entscheidung der Bahn, von den Fernbuslinien Nutzungsgebühren zu verlangen, sei richtig, jedoch dürfe ihre Partizipation auf dem Fernbusmarkt nicht zulasten der Anwohner des Busbahnhofes und der Straßen gehen. Der Fernbusanbieter FlixBus expandiert bundesweit und erweitert das Angebot ab Kassel um mehrere Routen auf insgesamt 23 Direktziele. "Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung in Kassel. Auch die Auslastungszahlen der neuen Linie sind bestens, besonders am Wochenende sind die Flixbusse regelmäßig ausgebucht", sagt FlixBus-Pressesprecherin Bettina Engert. "Ab Juni verbinden wir Kassel direkt, ohne Umstieg mit 23 Zielen bundesweit." Gleichzeitig werde der Takt auf beliebten Strecken wie Kassel-Hamburg oder Kassel-Berlin auf bis zu fünfmal pro Tag erhöht. "Dank der perfekten Lage wird Kassel zum zentralen Knotenpunkt der Flixbusse in Deutschland", sagt FlixBus-Pressesprecherin Bettina Engert.

FlixBus setze weiterhin auf regionale mittelständische Anbieter. Das Unternehmen will sein bundesweites Streckennetz bis Ende des Jahres verdoppeln. Die Stadt müsse in der anstehenden Verkehrsplanung unter Einbeziehung der lokalen Busunternehmer ein umfassendes Konzept zur Integration des Fernbusverkehrs in den örtlichen Nahverkehr entwickeln, um in einem neuen Anhörungsverfahren Einfluss auf Linienführung und Haltepunkte nehmen zu können, fordert Norbert Sprafke.

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