Fleißig geräumt: Teddysammlerin darf in ihrer Wohnung bleiben

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Man sieht wieder Möbel: Ohne die vielen Teddybären haben Monika Öhm und Katze Finchen richtig Platz auf der Couch. „Ich freue mich aber nicht, dass sie weg sind“, sagt die 67-Jährige.

Dank vieler fleißiger Helferinnen hat Teddysammlerin Monika Öhm ihre vier Wände freiräumen können. Die Wohnstadt nahm die Wohnung ab - allerdings mit einer Ausnahme.

Kassel. Die kleine Wohnung von Monika Öhm ist nicht mehr wiederzuerkennen. „Es kommt mir vor, als würde es richtig schallen, wenn man spricht“, stellt sie fest, während sie durch den Flur läuft. Noch vor wenigen Wochen war es kaum möglich, durch den Flur zu laufen, ohne auf einen der unzähligen Teddybären zu treten, die Öhms Wohnung bevölkerten. Und obwohl noch immer viele von ihnen auf Regalen, Kommoden und Fensterbänken sitzen, erscheinen die rund 50 Quadratmeter in Harleshausen nun fast schon leer. „Es fühlt sich fast an, wie ein ganz neues Zuhause – sehr gewöhnungsbedürftig“, stellt die 67-Jährige fest.

Nachdem Monika Öhm die Aufforderung der Wohnstadt erhielt, ihre Wohnung bis zum 10. Oktober von Teddybären freizuräumen, damit diese begangen und auf Ungeziefer kontrolliert werden kann, fand der EXTRA TIP Helferinnen, die der Senioren bei der Freiräumung unter die Arme griffen. „Anna, Veronika und Kerstin waren wirklich toll. Sie waren ganz zuverlässig, kamen regelmäßig und haben mir mit Rat, Tat und vielen kreativen Ideen zur Seite gestanden. Ohne sie hätte ich das in so kurzer Zeit nie geschafft“, so Öhm dankbar. Und die vielen Stunden, in denen sie gemeinsam Teddies in Säcke gepackt, in Kellerräume verfrachtet, die Wohnung geschrubbt und sogar Möbel entsorgt haben, haben sich gelohnt: Die Wohnstadt hat die Räume abgenommen – die drohende Kündigung ist erst einmal vom Tisch. Öhms Erleichterung ist groß, die Angst um ihre Existenz kann sie nun beilegen.

Eine Sache macht ihr aber weiterhin Bauchschmerzen: Hinter der massiven Schrankwand im Schlafzimmer vermutet die Wohnstadt Schimmel. Um dies überprüfen und gegebenenfalls durch die Wohnstadt beseitigen lassen zu können, müsste sie die über 30 Jahre alte Schrankwand abbauen. „Das würde ich alleine nie schaffen und ob der Schrank das überlebt, wage ich auch zu bezweifeln. Einen neuen kann ich mir jedenfalls nicht leisten“, so die Rentnerin. Sollte die Wohnstadt auch hier eine Räumung von ihr fordern, braucht sie starke Hände, die ihr beim Ab- und Aufbau helfen. „Der nächste Mount Everest. Man kommt nicht zur Ruhe“, stellt Monika Öhm halb erleichtert, halb entsetzt fest.

Was sie daran außerdem bedrückt: Erst wenn das Problem um die Schrankwand geklärt ist, kann sie ihre Teddybären aus dem Winterschlaf in Kellern und Garagen zurück in ihre Wohnung holen. „Ich finde die aktuelle Ordnung in meiner Wohnung gut, aber meine Bären fehlen mir schon sehr. Dass die Armen im Moment in irgendwelchen Säcken lagern, tut mir richtig weh. Nicht alle, aber ein Teil von ihnen wird auf jeden Fall zurück in meine Wohnung kommen.“

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