Flexible Gestaltung des Sommersemesters an den hessischen Hochschulen - Wissenschaftsministerium und Hochschulen legen Eckwerte fest

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Nachdem sich die Wissenschaftsminister von Bund und Ländern  am Freitag auf ein einheitliches Vorgehen bei der Gestaltung des kommenden Sommersemesters im Zuge der Corona-Krise geeinigt haben, wurden heute die Eckwerte der Umsetzung an den hessischen Hochschulen bekannt gegeben.

Wiesbaden/Kassel. Die Wissenschaftsminister von Bund und Ländern haben sich am Freitag auf ein einheitliches Vorgehen bei der Gestaltung des kommenden Sommersemesters im Zuge der Corona-Krise geeinigt. Für Hessen haben das Ministerium für Wissenschaft und Kunst und die Hochschulpräsidien diesen Beschluss in Eckwerte umgesetzt, die heute in den Hochschulen kommuniziert werden.

Das Ziel ist es, das Sommersemester 2020 so flexibel zu gestalten, wie es angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nötig ist, dabei aber Nachteile für die Studierenden soweit wie irgend möglich zu vermeiden. 

Neue Wege gehen

In einem gemeinsamen Schreiben von Wissenschaftsministerin Angela Dorn und den Präsidenten der  hessischen Hochschulen das sich an die Lehrenden, Studierenden und Mitarbeiter der Hochschulen heißt es dazu: "Hochschule lebt vom Austausch zwischen Menschen. Da die aktuelle Lage genau diesen Kern betrifft, wird das kommende Semester kein gewöhnliches. Wir setzen gemeinsam auf Flexibilität bei der Gestaltung des Lehr-, Studien- und Prüfungsbetriebs. Lehre und Forschung werden in Formen geschehen, die den epidemiologischen Anforderungen genügen. Das heißt vor allem: mit vorläufig eingeschränktem Präsenzbetrieb und neuen Formaten. Unser gemeinsames Ziel ist, dass möglichst alle, die das Semester absolvieren wollen, dies soweit wie möglich auch können."

Semesterstart am 20. April mit digitalen Angeboten

Der Lehrbetrieb zum Sommersemester an den hessischen Hochschulen  soll am 20. April zunächst mit digitalen Angeboten starten. Man sei begeistert, wie viele neue digitale Angebote und zusätzliche Lösungen in den letzten Wochen innerhalb der Hochschulen erarbeitet wurden, heißt es weiter in dem Schreiben. Je nach behördlichen Anordnungen sollen im Laufe des Semesters voraussichtlich auch wieder Präsenzveranstaltungen stattfinden. In Hessen sei eine gemeinsame Entscheidung getroffen worden, innerhalb des Sommersemesters das Ende der Vorlesungszeit flexibel nach hinten zu verschieben. Dabei soll auch auf eine Erholungszeit und die familiäre Situation in den hessischen Sommerferien Rücksicht genommen werden. Eine Entscheidung über konkrete Daten dazu soll bald je nach individuellen Gegebenheiten getroffen werden.

Keine Nachteile durch Corona-Pandemie

Studierende, die keine oder nicht alle vorgesehenen Leistungen aufgrund der Folgen der Covid-19-Pandemie erbringen können, sollen grundsätzlich keine Nachteile erfahren. Dies gilt insbesondere hinsichtlich Regelungen, welche zum Beispiel die Regelstudienzeiten aufgreifen. Die Wissenschaftsminister der Länder wollen sich beim Bund dafür einsetzen, dass beim BAföG, dem Kindergeld, der Krankenversicherung flexible Regelungen gefunden werden, die den Lebenswirklichkeiten der Studierenden in Zeiten der Covid-19-Pandemie gerecht werden.

Trotz der Einschränkungen durch die Pandemie haben sich die Hochschulen zum Ziele gesetzt, möglichst viele und hochwertige Angebote zu ermöglichen. Die ungewohnten Formate verlangen von allen große Anpassungsleistungen. Deswegen seien insbesondere die Lehrenden, aber auch die administrativ-technischen Mitarbeiter gleichermaßen gefordert, ihren Beitrag in diesen neuen Formaten zu erbringen. Auch von den Studierenden verlangt es die Bereitschaft, sich vertrauensvoll und engagiert auf diese neuen Formate einzulassen, heißt es weiter in dem gemeinsamen Schreiben der Wissenschaftsministerin und der Hochschulpräsidenten "Für die großen Anstrengungen, die dabei schon geleistet werden, danken wir sehr. Wir werden Sie dabei weiter unterstützen."

Auch jenseits der Lehre gibt es Veränderungen: Bei der wichtigen Frage der Bibliotheken etwa sollen Anpassungen den Ausleihbetrieb sicherstellen und digitale Angebote ausgebaut werden. Da es mehr freie Räume in den Hochschulen gibt, können einige der in den letzten Wochen ausgefallenen Prüfungen auf großer Fläche mit dem nötigen physischen Abstand im Verlauf des Sommersemesters nachgeholt werden. Auch die Forschung wird im Rahmen des Möglichen mit aller Kraft fortgeführt. "Wir unterstützen dabei insbesondere den wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchs und setzen uns dafür ein, dass auch dieser Gruppe keine Nachteile aus der gegenwärtigen Situation entstehen. Wir setzen uns dementsprechend auf Bundesebene für eine Anpassung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes sowie entsprechende Ausnahmeregelungen bei Drittmittelgebern ein."

Wintersemester soll am 1. November beginnen

Da die Verschiebungen an den Hochschulen im Sommersemester und bei den Abiturprüfungen in mehreren Bundesländern auch Auswirkungen auf das kommende Wintersemester 2020/2021 haben werden, soll es auf Bundesebene eine einheitliche Lösungen hierzu geben. Sie sollen sowohl den Studierenden gerecht werden, die vorlesungsfreie Zeiten für Erholung, Arbeit oder Praxiseinheiten brauchen, als auch den neuen Erstsemestern, die ein verlässliches Zulassungsverfahren bzw. Eignungsprüfungen an den Kunsthochschulen, einen Studienplatz und einen reibungslosen Studienstart erwarten. Derzeit gehe man davon aus, dass die Vorlesungen des Wintersemesters am 1.11.2020 beginnen.

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