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Flughafen in grüner Zwickmühle

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Von: Rainer Hahne

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Chefreadkteur Rainer Hahne wendet sich in seinem Briefwechsel an Staatsekretär Mathias Samson.

Briefwechsel. Sehr geehrter Staatsekretär Mathias Samson,

der Name Samson war mir bislang eigentlich nur aus der Sesamstraße bekannt. Ein guter Kumpel vom Krümelmonster, wenn ich mich richtig erinnere. Samson selbst war ein gemütlicher Zottel.Das sind Sie offensichtlich nicht. Ihrem Lebenslauf kann man entnehmen, dass Sie irgendwann in WestfalenLehrer werden wollten, Lehrer für Mittel- und Oberstufe mit den schönen Fächern Geografie und Sozialwissenschaften. Ganz wunderbar.

Doch die Schule blieb verschont. Die Politik kam um die Ecke und benötigte unbedingt eine Lehrerallzweckwaffe. Erst durften Sie zwei Bundestagsabgeordnete mit Kaffee und Informationen versorgen. Dann dienten Sie sich in das Büro eines Staatssekretärs hoch, waren zuletzt sogar Referatsleiter im Bundesumweltministerium.Auf dieser Karriereleiter haben Sie sich sicher mit mancher Akte einen Bruch gehoben und so die Befähigung erlangt, in Wiesbaden im Wirtschaftsministerium als Staatssekretär zu dienen.

Ihr erster Auftrag hat es gleich in sich. Ungestört von jeder Koalitionsvereinbarung legen Sie die Arbeit auf dem Flughafen Kassel-Calden lahm. Leute, die eigentlich dazu da sind, das Geschäft anzukurbeln, müssen Ihnen jetzt zuarbeiten. Müssen Ihre endlosen kleinlichen Fragen beantworten.Und da Sie ja von dem Metier keine Ahnung haben, beschäftigen Sie in Wiesbaden eine ganze Abteilung mit der Herstellung von Fragen.Doch Sie beschäftigen nicht nur wertvolle Mitarbeiter mit Ihrem Blödsinn. Sie vergeuden auch noch die wertvolle Zeit von Aufsichtsratsmitgliedern. Und das immerhin so erfolgreich, dass der Flughafen ohne abgesegneten Haushaltsplan ins Jahr 2015 geht. Das ist eine Frechheit den Mitarbeitern gegenüber und den Steuerzahlern, die letztlich jemanden wie Sie bezahlen müssen.

Ich habe mal ein Buch namens "Momo” gelesen. Dort belästigten Zeiträuber, graue Männer in Anzug und mit Zigarre, die Menschen. Ob sie auch eine Akte unter dem Arm hatten, weiß mich nicht mehr genau. Aber genau so stelle ich Sie mir vor.

Herr Samson, Sie sind nicht der erste Staatssekretär, der meinen Weg kreuzt. Deshalb ist mir klar, dass Sie nur ein Werkzeug unseres sogenannten Wirtschaftsministers Tarek Al Wazir sind, der endlich irgend einen Erfolg vorweisen muss, damit man ihn nicht nur an seinem Dienstwagen erkennt. Gegen Kassel-Calden hat er ja schon immer gelästert. Jetzt hat er die Möglichkeit, störend einzugreifen, und das tut er offensichtlich.Wir werden genau hinschauen, was Sie weiter in Kassel-Calden treiben.

Mit farblichen GrüßenRainer HahneChefredakteur

P.s. Sie sollten vielleicht mal nachschauen, wie Ihr Kollege Mark Weinmeister seinen Staatssekretärsjob erledigt. Da zahlt man als Steuerzahler doch gern. Ein unkreativer Aktenhalter wie Sie, der schwer arbeitende Leute von der Arbeit abhält, ist bei uns in Nordhessen aber nicht gern gesehen.

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