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Lkw fahren bis ins befreite Charkiew

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25.000 Kilo Kartoffeln sind für die Bevölkerung in der Region Charkiew im Nordosten der Ukraine bestimmt.
kartoffel_ukraine.jpg © Krümler

Fünf 40-Tonner aus Nordhessen unterwegs in die osteuropäischen Krisenregionen

Als im Frühjahr russische Truppen die Ukraine überfielen, war die private Hilfsbereitschaft im Westen groß. Schon damals warnten Experten, dass es nicht bei einmaligen Aktionen bleiben dürfe, sondern nachhaltige Unterstützung gefragt sei. So wie beispielsweise von den beiden Landwirten Otmar Rudert (Liebenau-Ostheim) und Günter Rüddenklau (Calden-Westuffeln), die schon seit Jahren Hilfe für die ärmsten Regionen Osteuropas organisieren und bereits kurz nach Kriegsbeginn die ersten Hilfstransporte Richtung Ukraine schickten (der EXTRA TIP berichtete).

Dank der guten persönlichen Kontakte in die Ukraine und nach Rumänien und natürlich dank der Spendenbereitschaft der Menschen in Nordhessen konnten im Laufe der letzten Monate immer wieder kleinere Aktionen gestartet werden. Und natürlich Geld und Hilfsgüter gesammelt werden, die jetzt - auf fünf 40-Tonnern verladen - Richtung Osten geschickt wurden. Zwei davon fahren direkt in die Ukraine in die Region Charkiv, die im September durch ukrainische Truppen nahezu befreit werden konnte; sie drängten die russischen Truppen hinter den Fluss Oskil zurück und fügten ihnen schwere Verluste zu. Weil dort an manchen Tagen die Energieversorgung zusammenbricht, richten sich die Menschen auf einen kalten Winter ein. Günter Rüddenklau: „Dringend gebraucht werden jetzt Winterbekleidung, Decken, Teppiche und Lebensmittel.“ Auch acht Öfen konnten die Landwirte auf die Reise schicken.

Drei weitere Lkw mit Hilfsgütern fahren ins rumänische Fagaras, wo Pfarrer Johannes Klein seit Kriegsbeginn Flüchtlinge betreut und nicht nur auf Hilfsmittel angewiesen ist, sondern auch deren Weitertransport in die Ukraine organisiert. Darüber hinaus bestücken die beiden Landwirte dank Spendengeldern eine Schule in Chisinau, der Hauptstadt Moldawiens, mit Mobiliar. Das bitterarme Land, dessen Provinz Transnistrien von Russland besetzt zu werden droht, hat viele Geflüchteten aus der Ukraine aufgenommen.

Um die Hilfstransporte weiterhin zu finanzieren und Lkw chartern zu können, ist man auf Spenden angewiesen. Denn aufgrund der Energiekrise sind die Transportkosten drastisch gestiegen. Zudem wollen sie ein Altenheim in Iwanowa nahe der Großstadt Zhytomir weiterhin mit 1000 Euro monatlich unterstützen. „Die Heimleitung“, sagen sie, „weiß sonst nicht, wie sie ihre Bewohner durch den Winter bringen kann.“

Spenden an: (Kirchenkreisamtes Hofgeismar-Wolfhagen bei der Evangelischen Bank, IBAN: DE13 5206 0410 0002 0001 05; Stichwort: Ukraine-Hilfe / Rudert

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