Nur fünf Zuschauer: Gökers-Vize sitzt allein auf Anklagebank

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Der MEG-Gründer Mehmet Göker hatte ja schon vorher verlauten lassen, dass er nicht zum Prozess erscheint. Da der ehemalige "König der Versicherungsmakler" nicht kam, kam auch kein Gefolge. Nur fünf Zuschauer fanden den Weg zum Gerichtssaal

Kassel. Heute Morgen begann der Prozess gegen den MEG-Gründer Mehmet Göker und seinen ehemaligen MEG-Vize Vincent Ho. Beiden wird der gewerbsmäßige Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen und der Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz vorgeworfen. Mehmet Göker wird zudem wegen Betrug, Vincent Ho wegen Meineids angeklagt. Die Angeklagten sollen bereits vor dem Ausscheiden von Mehmet Göker als Vorstandsvorsitzender der MEG, gemeinschaftlich den Entschluss gefasst haben, sich dort gespeicherte Datensätze (Daten von Kunden beziehungsweise potentiellen Kunden, die Interesse an einem Abschluss oder Wechsel einer privaten Krankenversicherung gezeigt hatten) zu beschaffen, um diese später an Dritte veräußern zu können. Insgesamt sollen sie sich 495.000 Datensätze beschafft haben.

Mit dem Verkauf der Datensätze sollen sie Umsätze in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro erzielt haben. Die Datensätze sollen sie dabei von der Türkei aus sowie über einen Strohmann verkauft haben. Weitere Umsätze in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro sollen die Angeklagten durch die Veräußerung der Datensätze an diverse Dritte vereinnahmt haben. Die größte Datensatzmenge soll an eine in Hannover ansässige Gesellschaft veräußert worden sein. Diese soll für circa 17.000 Datensätze etwa 875.000 Euro bezahlt haben. Die Datensätze gehören aber zur Insolvenzmasse!

Göker , gegen den in Deutschland ein Haftbefehl vorliegt, erschien nicht nur Verhandlung. Das hatte er schon im Voraus über seinen Rechtsanwalt angekündigt Sein Anwalt ließ gegenüber der Presse verlauten, dass der MEG-Gründer nicht vor Gericht in Kassel erscheine, weil er keinen fairen Prozess zu erwarten habe. Mit zur Entscheidung wird wohl aber auch dazu beigetragen haben, dass Göker wohl sonst verhaftet würde, wenn er deutschen Boden betritt. In der Türkei ist er sicher!

So saß Vincent Ho, der als ehemalige rechte Hand von Göker gilt, heute Morgen allein auf der Anklagebank. Von November 2012 bis Mitte 2013 saß der 32-Jährige bereits sieben Monate wegen Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen sowie das Beiseiteschaffen von Geschäftsdaten in Untersuchungshaft.

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