Fulle im Trend: Warum immer mehr Sonnenanbeter am Ufer liegen und was die Wasserschutzpolizei dazu sagt

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Das Fulleufer zwischen Drahtbrücke und Spitzhacke wird als Badestrand und Liegewiese immer beliebter.

In der Aue mögen sie nicht mehr schwimmen. Immer mehr Wasserfreunde zieht es in die Fulda. Aber warum ist das so?

Wasserschutzpolizist Alexander Lorch.

Kassel. Die Wasserschutzpolizei sieht das mit gemischten Gefühlen. „Das Wasser hier ist herrlich“, schwärmt Patrick Kistner. Der junge Mann schwimmt unterhalb des Campingplatzes in der Fulle. „Hier ist es sauberer und kühler als in der Aue.“ Wasserschutzpolizist Alexander Lorch wundert das nicht: „Der ständige Zufluss sorgt dafür, dass das Wasser sauberer ist. Und das hier nicht soviel Wasserpflanzen wachsen. Die haben schon oft dafür gesorgt, dass Schwimmer einen Schock bekommen haben.“

Ist vom Wasser der Fulda begeistert: Schwimmer Patrick Kistner.

Doch das ist nicht die einzige Sorge, die Lorch hat. Allzu oft sieht er Schwimmer, die sich an keine Vorschriften halten: „Vom Wehr und von den Brücken müssen Abstände von hundert Metern eingehalten werden. Und auf den Steganlagen der Vereine hat außer den Vereinsmitgliedern niemand etwas zu suchen. Für alle anderen ist es verboten.“ Doch abgesehen davon gibt es genug Stellen, um in der Fulle zu baden. „Oft liegt die ganze Regattawiese voll mit Menschen“, hat er mit Unbehagen registriert.

Vissem, Kim, Amzi mit Zyna, Evelyn mit Ahmed, Jennifer mit Jay und Chantalle (v.li.) kommen regelmäßig vom Mattenberg, um am Ufer der Fulda zu spielen, sich zu sonnen oder schwimmen zu gehen. Einzig eine Wasserrutsche würde noch fehlen, um das Vergnügen perfekt zu machen.

„Das ist noch relativ nah an der Brücke.“ Lieber ist es Lorch, wenn die Bereiche beim WVC und beim Riverside genutzt werden. „Dort ist sogar Sand angeschüttet worden. Und für die Gastronomen ist es sicher auch schön, wenn dort Menschen sind.“ Allen anderen Schwimmern, die an versteckten Stellen ins Wasser gehen, empfiehlt er, vorsichtig zu sein: „Bis zum Oppermann’schen Baggerloch ist der Fluss für die Schifffahrt freigegeben. Kollisionen mit Schiffsschrauben und Sportbooten können gefährlich sein.“ In vielen Bundesländern ist das Baden in Flüssen grundsätzlich verboten. In Kassel darf man das auf eigenes Risiko.

Lisa und Samira aus Kassel kommen schon seit zwei Jahren zum Fulleufer um sich zu sonnen. „Seit diesem Jahr ist hier deutlich mehr los. Trotzdem ist es entspannt, man kann oben ohne liegen – was mittlerweile auch viel mehr machen – und wieso sollte man viel Geld für Freibäder bezahlen, wenn wir den Fluss vor der Haustür haben? In die Buga gegen wir wegen der Algen nicht mehr.“

Daher bittet Lorch: „Gehen Sie kein Risiko ein. Springen Sie nicht von den Brücken. Einen Baumstamm unter Wasser sehen Sie nicht. Und ganz wichtig: Wenn Sie mit Ihren Kindern unterwegs sind, lassen Sie sie nicht aus den Augen. An der Fulda sind Sie die Aufsicht.“ Für Schwimmer, die kreuz und quer und ohne Rücksicht durch die Fulle schwimmen, hat Lorch wenig Verständnis: „Ein Badender muss sich so verhalten, dass ein in Fahrt befindliches Fahrzeug nicht behindert wird.“ In anderer Hinsicht kann Lorch aber Entwarnung geben: „Wir haben in der Fulle auch Riesenwelse bis 1,50 Meter wie in Offenbach, aber Verletzte hat es dadurch noch nie gegeben.“

Umfrage: Sonnenanbeter am Fulleufer

Früher lagen sie an der Buga oder im Freibad – heute zieht es immer mehr Kasseler ans Ufer der Fulda zwischen Drahtbrücke und Spitzhacke. Hier genießt man seit Neuestem die Sonne und den Sprung ins kühle Nass des Flusses. Doch wie kommt´s, dass die Fulda neuer Bade-Hotspot für Sonnenanbeter und Schwimmer geworden ist? Wir haben uns umgehört.

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