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„Gas kills“: Banneraktion der „Klimagerechtigkeit Kassel“ am Wingas-Standort im Königstor

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Kassel, Wingas
„Gas kills“ und eine Auflistung weitere Gas-Förderländer: Mit der Aktion fordert die Aktionsgruppe Klimagerechtigkeit Kassel (KligK) die drastische Reduktion des industriellen Energie- und Erdgasverbrauchs. © Krümler

Am Freitag haben sich Klimaschützer von Klimagerechtigkeit Kassel (KligK) vom Dach des Erdgas-Großhändlers Wingas und dem Gas-Speicherbetreiber Astora abgeseilt. Die Initiative fordert die drastische Reduktion des industriellen Energie- und Erdgasverbrauch und einen Investitionsstopp für alternative Erdgasquellen.

Kassel „Gas kills“ war auf dem Banner zu lesen, das die Aktionsgruppe vom Dach von Wingas, ein Tochterunternehmen von Gazprom Germania abseilte. Gazprom und Astoria sind Tochterunternehmen von Gazprom Germania und stehen aktuell unter staatlicher Treuhandschaft. Der bloße Ersatz von russischem durch anderes Erdgas führe weiter in die fossile Sackgasse, heißt es in einer Mitteilung der Klimagerechtigkeit Kassel (KligK). Auf dem Banner waren auch weitere Gas-Förderländer aufgelistet. Per Megafon forderten die fünfzehn Personen von Bundeswirtschaftsminister Habeck die weitreichende Vergesellschaftung der Gasindustrie, um den Gasausstieg einzuläuten. „Erdgas tötet, in der Ukraine und durch die Klimakatastrophe weltweit“, so die KligK.

Ein Sprecher der Aktionsgruppe äußert deutliche Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung. „Bei allem Gerede von Robert Habeck um neue Gasquellen und Energiesicherheit ist völlig klar: neue Flüssiggas-Terminals und Pipelines treiben uns genauso wie Kohle und Öl weiter in die Sackgasse der Klimakatastrophe - diese Projekte müssen daher in die Mülltonne der Geschichte!“

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Am Freitagmorgen ließen Mitglieder der Aktionsgruppe Klimagerechtigkeit Kassel das Banner an der Kasseler Wingas-Zentrale herab. © Krümler

Der Transport von Flüssiggas sei enorm energieaufwändig und damit klimaschädlich. Amerikanisches Flüssiggas werde außerdem durch das umstrittene Fracking gefördert. Fracking verursache Erdbeben, verseuche das Grundwasser und lasse enorme Mengen des klimaschädlichen Methans in die Atmosphäre entweichen. Zudem finanziere russisches Erdgas den Krieg in der Ukraine.

„Der enorme industrielle Energieverbrauch führt in eine ökologische und damit menschliche Katastrophe“, heißt es in einem Statement der Klimagerechtigkeit Kassel. „Weder Stickstoff-Dünger noch tonnenschwere SUVs brauchen wir für ein gutes Leben. Durch einen Rückbau dieser Industrien und dem massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien könnte der Erdgasverbrauch drastisch reduziert werden.“

Die Diskussion um den Einkauf von russischem Gas und Öl hatte gerade nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine stark an Fahrt aufgenommen. Mittlerweile bezieht die Europäische Union ein Drittel weniger Gas aus Russland als noch vor einem Jahr. Dafür wird Gas aus anderen Ländern eingekauft, gleichzeitig soll mehr Energie eingespart und schneller auf Energie aus Sonne, Wind und Wasser umgestiegen werden. In wenigen Jahren will Europa nach dem Plan der EU-Kommission ganz auf Energielieferungen aus Russland verzichten.

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