Gastro in der Kasseler Orangerie meldet Insolvenz an – Betrieb läuft weiter

+
Traumlocation für Events und Hochzeiten: Das Schloss Orangerie an der Karlsaue. Im linken Teil befindet sich das Museum für Astronomie und Technikgeschichte, der rechte Flügel wird von der Gastronomie genutzt.

So viele Events - und doch so wenig Geld übrig: Die Gastronomie im Schloss Orangerie wird nun von einem vorläufigen Insolvenzverwalter geführt.

Kassel.  Musical- und Krimi-Dinner, Schlagerparty mit Rainer Irrsinn und Silvester-Gala, dazu unzählige Hochzeitsbuchungen für das kommende Jahr: Der Terminkalender in einer von Kassels schönsten Locations, der Orangerie in der Karlsaue, ist prall gefüllt. Doch bevor die Gäste die Korken knallen lassen können, platzte jetzt die Bombe: Die Gastronomie muss Insolvenz anmelden!

Mehrheitsgesellschafter Dominik Hübler sagte dazu gegenüber dem EXTRA TIP: „Weil eine zugesagte Zahlung meines Mitgesellschafters ausblieb und wir eine Steuernachzahlung erhalten haben, sind wir zahlungsunfähig.“  Diese Aussage bestreitet der Mann, der „unter Vorspiegelung völlig falscher Tatsachen und nur um zu helfen“ im Sommer in die GmbH eingestiegen war.

Hübler war als Direktor der Schlosshotels nach Kassel und 2014 als Geschäftsführer in die Orangerie gekommen. Unter seiner Regie etablierte sich das Schloss in der Verwaltung der Museumslandschaft Hessen-Kassel zu einer Veranstaltungsstätte mit Terrassengeschäft. Bei den Huskies ist Dominik Hübler als Caterer aktiv, zum Zissel richtete er vergangenen Sommer den Empfang des Ministerpräsidenten aus. Und auch als Festwirt den Wiesn in Baunatal glänzte der gebürtige Allgäuer.

Umso überraschender sein Wechsel vor wenigen Tagen: Hübler fing eine Beschäftigung als Hoteldirektor im „La Strada“ in der Kasseler Südstadt an – und machte seinen Servicemitarbeiter Driton Ymeri mit Wirkung vom 25. November zum Geschäftsführer.

Am Donnerstagabend steht fest: Carsten Koch, Fachanwalt für Insolvenzrecht in der Kasseler Kanzlei Westhelle und Partner wird die Geschicke des Gastronomiebetriebs bis auf weiteres als vorläufiger Insolvenzverwalter führen. „Wir sind guter Dinge, dass wir den Verpflichtungen sowohl gegenüber unseren Kunden als auch unserer Lieferanten zur vollen Zufriedenheit nachkommen können und schnell wieder auf eigenen Füßen stehen.“ , sagt Dominik Hübler.

In einer am Abend ausgesandten Pressemitteilung zur Stellung des Insolvenzantrags wird betont, "dass die Ursachen für die kurzfristig eingetretene wirtschaftliche Krise dabei nicht im operativen Geschäftsbetrieb der Orangerie liegen." Man gehe daher davon aus, dass durch die eingeleiteten Maßnahmen der Betrieb dauerhaft erhalten werden kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Nichts für schwache Nerven: Zu Besuch bei Plastinator Gunther von Hagens Teil 1

Gunther von Hagens und Sohn Rurik zeigten uns ihr Plastinarium in Guben und gaben Einblicke in die privaten Räumlichkeiten mit besonderer Deko und geheimen Hinterzimmern.
Nichts für schwache Nerven: Zu Besuch bei Plastinator Gunther von Hagens Teil 1

Holländische Straße: Stadt sichert Gebäude - Enteignung gefordert

Beim einsturzgefährdeten Gebäude in der Holländischen Straße 42 musste die Stadt Kassel nun weitere Sicherungsmaßnahmen ergreifen. Die Fraktion der Linken fordert die …
Holländische Straße: Stadt sichert Gebäude - Enteignung gefordert

Junge Täter verletzen Busfahrer durch Schläge und Tritte

Zeugen werden gesucht.
Junge Täter verletzen Busfahrer durch Schläge und Tritte

Markthallen-Zoff eskaliert: Handy-Eklat in der Sitzung

Der Streit um die Zukunftspläne für die Kasseler Markthalle (der EXTRA TIP berichtete mehrfach) hat eine neue Eskalationsstufe erreicht: In einer Sitzung der …
Markthallen-Zoff eskaliert: Handy-Eklat in der Sitzung

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.