Gastronomen schlagen Alarm: 2G plus zerstört alle Hoffnungen

2Gplus sorgt für leere Restaurants. Wirt Hans-Joachim „Jocki“ Meister reicht es allmählich.
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2Gplus sorgt für leere Restaurants. Wirt Hans-Joachim „Jocki“ Meister reicht es allmählich.

Schon die 2G-Regelung hat Restaurantbetreiber teilweise bis fünfzig Prozent des Umsatzes gekostet.

Kassel Für die Gastronomen geht es in der Corona-Krise weiter um die Existenz und immer mehr verlieren die Hoffnung, wie eine neue Untersuchung der IHK zeigt.

Beim Blick auf die neuesten Ergebnisse der Frühjahrsbefragung war Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes erst zufrieden, dann geschockt: „Zufrieden war ich, als ich die Einschätzungen aus der Industrie gesehen habe. Doch ein Ergebnis hat mich geschockt, fällt total aus dem Rahmen. Wir sehen jetzt den wirtschaftlichen Erholungsprozess für die Gastronomie gefährdet. Der IHK-Klimaindex für die Branche stürzt von guten 129 Punkten aus der Herbstumfrage auf nun rund 64 Punkte ab. Der Mittelwert sind 100 Punkte. Von den befragten Betrieben vermeldet kein Unternehmen eine aktuell gute Geschäftslage.“

Teilgenommen an der Umfrage hat Hans-Joachim Meister (Landhaus Meister): „Im Herbst war ich noch optimistisch. Doch im November und Dezember hat uns die 2G-Regelung fünfzig Prozent des Umsatzes gekostet. Die Firmen haben storniert. Gerettet haben uns die Privatkunden. Von denen bleiben jetzt viele durch 2Gplus weg. Es macht oft keinen Spaß mehr.“

Nachdem die neuen Corona-Regeln bekannt geworden sind, hat der Renthof für die Gastronomie drei Wochen Betriebsferien verkündet. Ivica Dujic, Wirt vom Inselrestaurant Finkenherd ist bis März in Kroatien:

„Es war im November und Dezember schrecklich. Die Firmen sind nicht gekommen. Ich habe über 800 Essen verloren. Eine Katastrophe. Und dann 2Gplus und die hohen Inzidenzzahlen.“

Auch die kleinen Kneipen geraten immer mehr unter Druck. Ein Beispiel: Der Bierhimmel am Entenanger. „Selbst bei 2G im Dezember hatte ich noch Hoffnung“, klagt Wirtin Sami. „Aber jetzt 2Gplus. Viele wissen gar nicht genau, was das heißt und bleiben lieber ganz zuhause. Da freut man sich sogar, wenn mal neun Polizisten und drei Leute vom Ordnungsamt reinkommen und kontrollieren, obwohl man nur zu dritt an der Theke sitzt.“

Angesichts dieser Situation fordert Dr. Arnd Klein-Zirbes baldmöglichst Erleichterungen hinsichtlich der Corona-Maßnahmen für die Gastronomie. „Die zusätzlichen Belastungen durch 2G+ gehen weiter an die Substanz unserer Gastronomiebetriebe. Um sie in dieser schwierigen Lage zu unterstützen, sind die Hilfen für die Gastronomie in Abhängigkeit von den Einschränkungen zu verlängern und weiter an die Bedürfnisse der Branche anzupassen. Der sogenannte Härtefallfonds sollte in Not geratenen Betrieben und Gründern, die durch das Förderraster der Überbrückungshilfen fallen, schnell und unbürokratisch helfen. Sobald es medizinisch vertretbar ist, sind Erleichterungen schnell und unkompliziert auf den Weg zu bringen.“

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