"Geburt ist auch Männersache": ‚Richtig Schwanger' Dr. Konstantin Wagner klärt auf

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Konstantin Wagner klärt als ‚Richtig Schwanger‘ auf Instagram und YouTube auf. Dabei spricht er nicht nur über Babys und Geburten, sondern auch offen über Tabuthemen.

Assistenzarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe Dr. Konstantin Wagner klärt im Internet über Mythen in der Schwangerschaft, Impfungen und Tabuthemen auf.

Kassel. Er ist nicht nur ein (angehender) Arzt, dem Frauen vertrauen – Assistenzarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe Dr. Konstantin Wagner richtet sich in den sozialen Netzwerken als ‚Richtig Schwanger‘ besonders an werdende Väter. Wir stellten dem viel beschäftigten 32-jährigen Familienvater aus Nordhessen Fragen zu seiner vielfältigen Aufklärungsarbeit und dem Klinikalltag.

EXTRA TIP: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, über die Sozialen Netzwerke über Geburten und Vorsorge aufzuklären?

Konstantin Wagner: Ich möchte tatsächlich einfach helfen. Im Freundeskreis, aber vor allem an der Arbeit merke ich wie viel Verunsicherung und Ängste in Bezug auf eine Schwangerschaft entstehen können. Frauen versuchen sich bei Dr. Google zu informieren, was alles nur noch schlimmer macht. Ich habe im Berufsalltag gemerkt wie viel Sorge man den Frauen nehmen kann, wenn man die Dinge verständlich und einfach erklärt und wie dankbar sie dafür sind. Dieses ganze angeeignete Wissen sollte man nicht für sich pachten, sondern versuchen möglichst vielen Menschen damit zu helfen. Da bieten sich die sozialen Medien einfach an.

Wie schnell sind ihre Kanäle gewachsen und hätten Sie damit gerechnet? Sehr schnell wenn man bedenkt, dass ich über gynäkologische Themen spreche und ich den sozialen Medien eine absolute Nische bediene. Es zeigt aber auch das der Bedarf nach diesem Wissen da ist und sich vor allem die junge Generation immer mehr über das Internet informiert und fortbildet. Ehrlich gesagt, hatte ich überhaupt keine Erwartungen. Der Versuch war es für mich wert und die Resonanz gibt mir Auftrieb weiter zu machen.

Wie erklären Sie sich den Erfolg und die hohen Followerzahlen? Sind junge Eltern eher im Netz unterwegs und informieren sich bevorzugt dort? Das ist definitiv der Trend. Gesundheit-Apps, YouTube, soziale Medien bergen ein riesiges Potenzial neben viele Gefahren der „Falschinformationen“ im world wide web. Die Frage ist nicht ob das Internet Anlaufpunkt Nummer 1 für medizinische Informationssuche wird, sondern wann.

Werden Sie im Klinikalltag auf den Fluren als ‚der Arzt von ‚Richtig Schwanger‘ erkannt? Mittlerweile fast täglich. Das macht einen natürlich auch sehr stolz, bleibt aber sicherlich für immer sehr ungewohnt und befremdlich. Schön befremdlich (lachend).

Wie schaffen Sie es, den Klinikalltag, ihr eigenes Familienleben, Freizeit und die Arbeit für die Kanäle unter einen Hut zu bringen? Ist oft nicht ganz leicht. Meine absolute Priorität gilt der Familie. Außerdem will ich in meinem „richtigen Beruf“ gute und professionelle Arbeit leisten, sodass entweder das Internet länger auf neue Informationen von mir warten muss, oder ich in meiner Freizeit zurückstecke. Hier versuche ich es ausgeglichen zu halten.

Haben sich durch Ihr eigenes Vater-Dasein Ansichten oder Ratschläge geändert? Sie richten sich ja auch gezielt an Männer – sind die besonders aufklärungsbedürftig, was Geburten und Schwangerschaften angeht? Sagen wir ich habe mein Herz für die werdenden Väter neu gefunden. Mir war vorher gar nicht bewusst wie verunsichert auch der männliche Part sein kann. Ich gehe in online Geburtsvorbereitungskursen nicht nur auf den weiblichen Part, sondern nun auch explizit auf die Sorgen und Ängste werdender Väter ein.

Gibt es ein Thema, was Ihnen besonders am Herzen liegt beziehungsweise Ihrer Meinung nach noch besondere Aufklärung bedarf? Ich möchte weiterhin auch Tabuthemen ansprechen. Themen, die sich nicht getraut werden zu fragen. Außerdem nutze ich meine wachsende Reichweite auch um über das Thema „impfen“ aufzuklären, teile meine Erfahrungen einer Stammzellspende, spreche Organspende an… Ich versuche einfach so gut und viel es geht aufzuklären.

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ANZEIGE/ WERBUNG „Ist doch das natürlichste der Welt… wird schon!“ Die mit auf am häufigsten verwendeten Worte, um werdende Mütter auf das Stillen vorzubereiten. Eine passende Antwort für euch wäre „Danke für nichts…“, oder auch „Laufen ist auch natürlich, trotzdem brauchen Menschen ein Jahr, um es zu lernen.“ Das Thema Stillen ist komplex, oft mit Sorgen und Ängsten behaftet, öfter mit freudiger Erwartung. Klappt es sofort? Klappt es überhaupt? Oh mein Gott, was mache ich, wenn es nicht klappt? Hab‘ ich genug Milch? Toll, ich bin die absolut Einzige auf der Welt, die ihr Kind nicht satt bekommt. Die eine Brust war eh schon immer kleiner als die andere… Kommt euch bekannt vor? Völlig normal! Gerade bei diesem Thema ist Aufklärung und Erklärung extrem wichtig. Gerade weil es in der Öffentlichkeit als selbstverständlich angesehen wird. Ein angeborener Ablauf, der automatisch funktionieren sollte. Das baut Druck bei den Müttern auf. Druck und Stress ist kein guter Begleiter beim Stillen. Ganz im Gegenteil. Geduld, Frustration, Schmerz, Glück, Erfolg und Rückschläge… sogar Liebe und Hass gehören dazu. Wenn ich eingeladen werde mit euch gemeinsam das Thema Stillen zu beleuchten, Fragen und Antworten zu klären, dann sage ich nicht Nein. @philipsavent_dach hat mich nach Hamburg eingeladen. Zum Brunch. Mit euch. Insbesondere mit Zweien von euch, die mit mir das Event „Stillen ist eine Teamleistung“ besuchen können. Perfekte Headline für dieses Thema, wie ich finde. Denn das Team besteht nicht nur aus Mutter und Kind. Auch der Partner gehört dazu. Die Hebamme und Stillberaterin. Die zuständige Ärztin oder Arzt. Alle haben ein gemeinsames Ziel. Und jetzt kommt ihr ins Spiel: Stell mir in den Kommentaren deine persönliche Still- Frage. Mit etwas Glück gehörst du zu den Zweien, die mich am Freitag, den 18. Oktober 2019, von 11 bis 15 Uhr begleiten. Ich freue mich auf euch und das Event!

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