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Geflüchtete aus der Ukraine: Gemeinschaftsunterkunft im Rathaus zurückgebaut

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Von: Ulf Schaumlöffel

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Wegen stark steigender Flüchtlingszahlen hatte die Stadt Kassel Mitte März einige größere Not- und Gemeinschaftsunterkünfte eingerichtet.
Wegen stark steigender Flüchtlingszahlen hatte die Stadt Kassel Mitte März einige größere Not- und Gemeinschaftsunterkünfte eingerichtet. © Foto: Stadt Kassel

Die Räumlichkeiten werden jetzt für den Büroalltag hergerichtet und ausgestattet. Voraussichtlich Ende Mai sollen dann die Mitarbeitenden des Ordnungsamtes in den Rathausflügel Karlsstraße einziehen und ihre Arbeit aufnehmen.

Kassel Die Räume der temporären Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen aus der Ukraine im Rathausflügel Karlsstraße werden jetzt ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt. Alle bisher dort untergebrachten Flüchtlinge konnten mittlerweile in leerstehende Wohnungen im Stadtgebiet vermittelt werden.

„Mit der freistehenden Etage im Rathaus haben wir eine gute Zwischenlösung gefunden, um den vor dem Krieg in der Ukraine nach Kassel geflüchteten Menschen schnell und unkompliziert Schutz und Unterkunft zu gewähren“, sagte Oberbürgermeister Christian Geselle. „Quasi über Nacht haben Mitarbeitende von Hilfsorganisationen Schlaf- und Aufenthaltsräume für 100 Personen geschaffen und somit erneut bewiesen: Kassel kann Krise.“

Die Räumlichkeiten werden jetzt für den Büroalltag hergerichtet und ausgestattet. Voraussichtlich Ende Mai sollen dann die Mitarbeitenden des Ordnungsamtes in den Rathausflügel Karlsstraße einziehen und ihre Arbeit aufnehmen.

Dezentrale Unterbringung oberstes Ziel

Wegen stark steigender Flüchtlingszahlen hatte die Stadt Kassel Mitte März einige größere Not- und Gemeinschaftsunterkünfte eingerichtet. Nachdem die Ankunftszahlen geflüchteter Menschen aus der Ukraine derzeit auf einem stabilen Stand sind, wird nun auch die Unterkunft in den Messehallen bis Mitte Mai zurückgebaut. Das Inventar aus den Gemeinschaftsunterkünften Messehallen und Rathaus wird weiter genutzt - in einer größeren, ehemaligen Produktionshalle im Stadtteil Süsterfeld-Helleböhn, die als Gemeinschaftsquartier weiterhin zur Verfügung steht.

Als größere Gemeinschaftsunterkünfte fungieren zudem eine Einrichtung in Bad Wilhelmshöhe und die Jägerkaserne. „Mit diesen Kapazitäten sind wir gut für die kommende Zeit aufgestellt. Mittelfristig sollen die Menschen dezentral in Wohnungen untergebracht werden“, so Geselle.

Hilfsbereitschaft weiter groß

Bisher haben in den eigens dazu eingerichteten Servicebüros im Rathaus rund 2.680 geflüchtete Menschen Sozialleistungen beantragt, unter ihnen rund 960 Minderjährige. Etwa 220 Personen konnten durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialamtes in Wohnungen vermittelt werden, darunter sowohl Wohnungen von privaten Anbietern wie auch von Wohnungsbaugesellschaften.

Viele Geflüchtete wohnen bei Freunden oder Verwandten. „Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal ganz ausdrücklich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Sozialamtes, des Bürgerbüros, der Ausländerbehörde, der Feuerwehr, des Gesundheitsamtes und dem Freiwilligenzentrum bedanken. Sie haben in diesen Zeiten wirklich Großartiges geleistet und gezeigt, wie flexibel und effektiv wir auf solche Situationen reagieren können“, so Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Ilona Friedrich. „Auch die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist weiterhin riesengroß. Um die Gemeinschaftsunterkünfte haben sich Freiwillige zusammengetan und helfen vor Ort. Es gibt viele Angebote für Kinder und Jugendliche, für Eltern. Es ist wirklich schön, wie offen und herzlich die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sind.“

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