Geheimsache Karlsplatz? Stadt Kassel treibt Standortfrage für documenta-Institut voran

+
Schon bei den ersten Überlegungen, ein documenta-Institut zu errichten, hatte der Karlsplatz als Standort eine Rolle gespielt. Als man nach intensiver Prüfung aller möglichen Standorte das Grundstück am Holländischen Platz wählte, war der Karlsplatz aus dem Rennen. Nun bekommt die als Parkplatz (und aktuell Baustellen-Lager) genutzte Fläche in direkter Nähe zu Fridericianum und Innenstadt seit Sommer die erhöhte Aufmerksamkeit der Planer.

Die Standortfrage für das geplante documenta-Institut nimmt wieder Fahrt auf. Ein Info-Abend für Karlsplatz-Anlieger lässt Raum für Spekulationen.

Kassel. Zuletzt in den Schlagzeilen war das geplante documenta-Institut in Kassel, als es um den Alternativ-Standort für den Königsplatz-Obelisken ging. Der fand nun seinen Platz in der Treppenstraße. Und sowohl am Holländischen Platz, wo laut Stadtverordnetenbeschluss das documenta-Institut entstehen soll, als auch in der Kasseler Stadtgesellschaft ist wieder Stille in der Standortfrage eingekehrt.

Als jedoch nun Anlieger des Karlsplatzes zum Info-Gespräch von Stadtbaurat Christof Nolda (Die Grünen) eingeladen wurden, schlugen die Wogen hoch. Mit einem sogenannten Volumen-Modell demonstrierte Stadtbaurat Christof Nolda den Hausbesitzern und Geschäftsleuten, wie ein geplantes documenta-Institut bei einer Grundfläche von rund 6.500 Quadratmetern auf der von ihm favorisierten und als Parkplatz genutzten Fläche wirken würde.

Hat die Stadt also bereits Abstand vom bereits abgesegneten, jedoch stark umstrittenen Standort am Holländischen Platz genommen? Ist der Karlsplatz die Alternative, die jetzt intensiv angegangen werden soll? Der EXTRA TIP fragte bei der Stadt nach – und bekam Aussagen, die angesichts eines 24 Millionen Euro teuren Prestigeprojekts von Bund, Land und Stadt Kassel recht dürftig erscheinen. So waren die beim Informations-Abend gezeigten Visualisierungen nicht zu bekommen. „Es handelt sich lediglich um Arbeitsmodelle“, bittet Stadtsprecher Michael Schwab um Verständnis. Der Termin habe stattgefunden, „um Entscheidungsvorlagen für die Stadtverordnetenversammlung zu erarbeiten“, teilt Sprecher Schwab mit.

Und überrascht dann mit der Aussage: „Ein Beschluss über den Standort des Neubaus des documenta-Instituts ist noch nicht getroffen worden.“ Immer wieder war von Seiten der Stadt betont worden, dass das städtische Grundstück am Holländischen Platz im Jahr 2017 unter 18 untersuchten Orten in der Stadt als der geeignetste hervorgegangen und daher als Baugrund für das documenta-Institut festgelegt worden war. Zurück zum Karlsplatz und zur Anlieger-Veranstaltung. Wie geht es denn nun weiter in Sachen documenta-Institut: „Zur Sicherung der städtebaulichen und architektonischen Qualität wird den Stadtverordneten die Durchführung eines Realisierungswettbewerbs vorgeschlagen, der auch die Straßen- und Freiraumgestaltung beinhaltet“, erklärt Michael Schwab.

Über die Reaktionen der Anlieger des Karlsplatzes schweigt die Stadt sich aus. Und obwohl die Stadt Kassel von „den beiden infrage kommenden Standorten“ bei den Vorbereitungen für die Stadtverordnetenversammlung spricht, wird die Nummer zwei auf der aktuellen Favoritenliste nicht genannt.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Kassel in den 50ern: Neuer Bildband mit Eberth-Fotos erschienen

100 Fotografien dokumentieren ein lückenhaftes Stadtbild. Der neue Bildband „Kassel im Aufbruch – Die 50er Jahre“ zeigt die Stadt zwischen Wiederaufbau und neuem …
Kassel in den 50ern: Neuer Bildband mit Eberth-Fotos erschienen

Vermisster Nils E. wieder aufgetaucht

Am gestrigen Freitagabend konnte der seit Dienstag vermisste Nils E. gefunden werden.
Vermisster Nils E. wieder aufgetaucht

Mit Schusswaffe Bargeld in Kasseler Bettengeschäft erbeutet

Am Freitagnachmittag wurde ein Bettenfachgeschäft in der Kohlenstraße von einem bewaffneten Mann überfallen.
Mit Schusswaffe Bargeld in Kasseler Bettengeschäft erbeutet

Kripo sucht Zeugen: Dreiste Trickdiebinnen täuschen Seniorin

Zwei bislang unbekannte Trickdiebinnen beklauten am Donnerstagnachmittag gegen 16.30 Uhr eine betagte Seniorin in ihrer Wohnung im Stadtteil Wesertor.
Kripo sucht Zeugen: Dreiste Trickdiebinnen täuschen Seniorin

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.