Es geht los: Erster Spantenstich im Feld

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Foto: Lange

Kassel. Unter der Woche wurde am umstrittenen Gewerbegebiet Langes Feld der erste Spatenstich vorgenommen.

Kassel. Strömender Regen, aber dafür strahlende (Politiker-)Gesichter: Unter der Woche wurde am umstrittenen Gewerbegebiet Langes Feld der erste Spatenstich vorgenommen. Proteste einiger ebenfalls anwensender Gegner, die sieben Jahre lang letzlich erfolglos gegen das Gewerbegebiet vorgegangen waren, blieben aus.Als ein zentrales Projekt zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt, für die Sicherung von Arbeitsplätzen und für mehr Beschäftigung bezeichnete Kassels Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Bertram Hilgen das neue Gewerbegebiet. "Wir stellen mit dem Langen Feld ausreichende Flächen für Unternehmen bereit, die in Kassel expandieren oder sich hier neu ansiedeln wollen. Damit schaffen wir die Möglichkeiten, dass sich die Wirtschaft in Kassel weiter so dynamisch entwickelt wie in den vergangenen Jahren ", betonte Hilgen beim offiziellen ersten Spatenstich im Stadtteil Niederzwehren. Der erste Bauabschnitt mit 27 Hektar wird bis 2017 realisiert.

Das neue Gewerbegebiet war in den vergangenen Jahren durchaus umstritten. In dem langen Planungs- und Diskussionsprozess habe sich aber letztlich eine Mehrheit für die Erschließung des neuen Gewerbegebietes ausgesprochen. "Entscheidungen, auch wenn sie in Auseinandersetzung getroffen wurden, gilt es zu guten Projekten zu machen. Die Realisierung von 139 Hektar neuer Gewerbefläche birgt eine große Verantwortung. Wir bauen das Lange Feld in diesem Bewusstsein," so Stadtbaurat Christof Nolda.

"Die städtebauliche Qualität des Gewerbegebietes Langes Feld wird maßgeblich durch das großzügige Grünflächenkonzept bestimmt", erklärt Nolda. Mehr als ein Drittel der Gesamtfläche des Bebauungsplanes nehmen gebietsinterne Ausgleichsflächen sowie öffentliche Grünflächen ein.

Anfang April 2014 wurde mit den Kanalbauarbeiten im Bereich der ehemaligen Graf-Haeseler-Kaserne begonnen. Von dort wird unter der A 49 hindurch die Kanalisation an das geplante Gewerbegebiet herangeführt. Insgesamt werden im 1. Bauabschnitt etwa acht Kilometer Schmutz- und Regenwasserkanäle verlegt und zwei große Regenrückhaltebecken gebaut. Im Mai wurde begonnen, Gas-, Wasser-, Strom und Datenübertragungsleitungen zu verlegen. Für die komplette innere Erschließung sind etwa 21 Kilometer neue Stromleitungen und über vier Kilometer neue Gas- und Wasserleitungen geplant.Im September soll mit dem Bau einer neuen Brücke über den Eselsgraben begonnen werden. Diese wird die direkte Anbindung des Gewerbegebietes an die Anschlussstelle der A 49 bzw. des Stadtgebietes.In den Jahren 2015 bis 2017 sind der Umbau der Anschlussstelle und der Bau der inneren Erschließung des 1. Bauabschnittes des Gewerbegebietes vorgesehen. Die Anschlussstelle Kassel-Niederzwehren (A 49) wird dabei großflächig in Abstimmung mit dem Land Hessen umgebaut. Die Baukosten für die Straßenerschließung des 1. Bauabschnittes liegen bei rund 15 Millionen Euro.

Es ist vorgesehen, dass die 27 Hektar Gewerbeflächen des 1. Bauabschnittes ab 2017 erschlossen zur Verfügung stehen. Die weitere Erschließung des 2. und 3. Bauabschnittes richtet sich nach dem Fortschritt der Grundstücksverkäufe, zurzeit ist dies ab 2021 geplant.

+++ EXTRA KURZ: Zahlen und Fakten +++

Gesamtfläche Bebauungsplangebiet Langes Feld: 175,5 HektarKernbereich für den Gewerbepark Langes Feld: 139 HektarFür Gewerbe verfügbare Nutzfläche: 76 HektarErster Bauabschnitt:                                                                                                                                          10.000 Kubikmeter Regenrückhaltebecken21 Kilometer Stromleitungen sowie fünf Kilometer StromzuleitungAcht Kilometer Schmutz- und RegenwasserkanalVier Kilometer Gas- und WasserleitungenDrei Kilometer ErschließungsstraßeEin neuer Autobahnanschluss mit zwei vollsignalisierten Kreuzungen

Baubeginn: 2014Verfügbarkeit der Flächen: 2017Weitere Bauabschnitte bis 2021

+++ EXTRA KURZ: Hintergrund +++

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Kassel hat am 3. September 2007 die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes beschlossen. Die Entscheidung zur Aufstellung dieses Bebauungsplanes erfolgte vor dem Hintergrund eines erkennbaren Engpasses geeigneter Gewerbeflächen in Kassel. Bereits im Jahr 2003 hatte der Magistrat der Stadt Kassel eine Machbarkeitsstudie "Langes Feld" beauftragt. Die Machbarkeitsstudie beinhaltet eine Erhebung der verfügbaren Gewerbeflächen in Kassel und dem Umland sowie die Ermittlung des künftigen Gewerbeflächenbedarfs der Stadt Kassel. Der künftige Gewerbeflächenbedarf der Stadt wird nach den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie für den Zeitraum bis 2020 (auf ca. 60 bis 70 Hektar) ermittelt. Seit Mitte 2012 laufen die Vorbereitungen und Planungen für die bauliche Erschließung des neuen Gewerbegebietes.

+++ Grüne zum Langen Feld +++

Die Kasseler Grünen haben einen Beschluss zur Gewerbeflächenentwicklung in Kassel und in der Region getroffen. "Konnten wir die Neuausweisung des Langen Feld als Gewerbegebiet nicht verhindern, so besteht jetzt wenigstens die Möglichkeit die Entwicklung desselben im Sinne der Nachhaltigkeit zu gestalten und somit die negativen Folgen für Kassels Klima und Natur zu minimieren", erklärt Thomas Flügge, der Parteivorsitzende der Grünen.

Fraktionsvorsitzender Dieter Beig erläuterte: "Wir geben unser Ziel nicht auf, dass Kassel und die Städte und Gemeinden in der Region gemeinsam an einem Strang ziehen sollen und nach verabredeten Kriterien Gewerbe entwickeln. Die ganz große Lösung sehen wir nach wie vor in einem Gewerbeflächenpool, aus dem zukünftige Investoren sich bedienen können und Kassel und die Region nach verabredeten Kriterien eine Ansiedelungspolitik betreiben."Die Grünen schlagen vor, bestehende Flächen zu bevorraten und Brachen einer neuen Nutzung zuzuführen – so wie es erfolgreich am Hauptbahnhof mit der Ansiedlung von IWES geschehen sei. Ein weiterer wichtiger Punkt stelle eine zu entwickelnde Strategie da, wie man bei der Veräußerung schon mögliche Nachfolgenutzungen im Auge habe, um erneute Gewerbebrachen zu verhindern.

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