Gemeinschaftliches Wohnen in einem Mehrgenerationenhaus 

Gut gelaunt bei der Grundsteinlegung, die Bauherrinnen Simone Mäckler (Vorstandsvorsitzende des Vereins), Anke Schäfer, Sabine Kemna, Claudia Tensing, Angela Netzband, Ulrike Hötzel, Katja Schönweiß, Ute Dicks, Sibylle Walz und Tanja Kieser (v. li.) zusammen mit Gerrit (hinten) und Gerhard Langhans vom Bauunternehmen Damm 
Foto: Krümler
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Gut gelaunt bei der Grundsteinlegung,die Bauherrinnen Simone Mäckler (Vorstandsvorsitzende des Vereins), Anke Schäfer, Sabine Kemna, Claudia Tensing, Angela Netzband, Ulrike Hötzel, Katja Schönweiß, Ute Dicks, Sibylle Walz und Tanja Kieser (v. li.) zusammen mit Gerrit (hinten) und Gerhard Langhans vom Bauunternehmen Damm.

Zehn Frauen verwirklichen in Kassel ihre Vision einer Lebensform

Kassel Die dunklen Wolken hatten sich rechtzeitig verzogen, die Sonne strahlte mit den Beteiligten um die Wette, als diese zur Tat, sprich zur Grundsteinlegung schritten. Zehn Frauen – zusammengeschlossen im Verein B12 Verein zur Förderung gemeinschaftlichen Lebens – bauen für sich sowie zwei Teenager gemeinsam im Neubaugebiet „Zum Feldlager“ in Kassel-Harleshausen ein Haus für gemeinschaftliches, generationsübergreifendes und soziales Wohnen.

Das Gebäude in der Niederfeldstraße 66 ist als mehrgeschossiges barrierefreies Haus auf einer Grundstücksfläche von 1.100 Quadratmetern geplant. Es wird ökologisch ressourcensparend gebaut und bewirtschaftet. Die sechs Wohnungen mit Gemeinschaftsflächen mit Küche oder Dachterrasse sind zwischen 70 und 100 Quadratmeter groß.

Die beteiligten B12-Frauen betreten bei ihrem Vorhaben kein Neuland; bereits 2008 verwirklichte ein Großteil von ihnen ihre Vision eines gemeinschaftlichen Zusammenlebens und wohnen seitdem als Hausgemeinschaft in mehreren Mietwohnungen in der Kirchditmolder Bardelebenstraße 12. Diese Adresse war auch Namensgeber des im selben Jahr gegründeten Vereins. „Was blieb, war immer der Traum vom eigenen Mehrgenerationenhaus“, so die Vereinsvorsitzende Simone Mäckler. Als sie erfuhren, dass die Stadt Kassel im neuen Baugebiet „Zum Feldlager“ einen Bereich für Wohnprojekte ausgewiesen und reserviert hatte, gab es kein Zögern: „Wir haben uns mit unserem Vorhaben beworben und den Zuschlag bekommen“, so Simone Mäckler. Als erstes „Wohnprojekte“-Haus realisiert der Verein B12 dort nun ein Mehrgenerationenhaus als innovative, nahezu einzigartige und zukunftsweisende Wohn- und Lebensform für Frauen.

Es handelt sich um eine gemeinschaftliche und solidarische Wohnform, bei der die Belange gemeinsam getragen und auch finanziert werden. Für die projektierten rund 1,9 Mio. Euro Baukosten kommt der Verein auf; die zehn Frauen bringen sich finanziell so ein, dass sich ihre Beiträge die Waage halten“, erläutert die Vereinsvorsitzende. Die geplante Wohnform sei ein Konzept, das neue Wege für Weiterentwicklung und Umgestaltung von Wohnquartieren aufzeigt, damit dort Frauen aller Altersstufen, mit unterschiedlichen Lebensstilen und unterschiedlicher Herkunft zusammen leben können.

Bei der Realisierung ihres Vorhabens kommt den Frauen nicht nur ihr jeweils eigener beruflicher Hintergrund sondern auch ihr Netzwerk zugute. „Für eine Person mag es ja relativ einfach sein, ein Grundstück zu kaufen oder ein Haus zu bauen, bei einem Verein türmen sich da aber Berge an Finanzierungs- und Haftungsfragen auf“, berichtet Sabine Kemna von B12. Doch die Bauherrinnen konnten alle diesbezüglichen Hindernisse überwinden und jetzt mit der Grundsteinlegung der für Anfang 2023 geplanten Realisierung ihrer Vision ein Stück näher rücken. Der Dank der im Verein zusammengeschlossenen Frauen geht an Rüddenklau und Partner Finanzmanagement und Kapitalbeschaffung, die Raiffeisenbank eG Baunatal , die Steuerkanzlei Waltraud Wesselmann sowie Rechtsanwalt Rainer Stahl Fachanwalt für Mietrecht und Wohnungseigentumsrecht. Realisiert wird das Haus durch den Generalunternehmer Damm aus Vellmar.

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