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Oberbürgermeister Geselle lässt finalen Vermittlungsversuch platzen: SPD zieht Reißleine

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Von: Ulf Schaumlöffel

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Vermittlungsversuch gescheitert: Oberbürgermeister Geselle ließ den Termin platzen.
Vermittlungsversuch gescheitert: Oberbürgermeister Geselle ließ den Termin platzen. © Foto: Schaumlöffel

„Wir erhielten weder einen Grund für sein Fehlen noch eine vorherige kurzfristige Absage“, so der Parteivorsitzende Dr. Ron-Hendrik Hechelmann

Kassel Der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle hat den finalen Vermittlungsversuch im Streit mit seiner Partei platzen lassen. Darüber informierte die Kasseler SPD ihre Genossinnen am Freitagmorgen in einem dringenden Mitgliederbrief, der unsere Redaktion ebenfalls erreichte.

„Christian hat diesen vierten und finalen Vermittlungsversuch im Streit mit der SPD jedoch leider platzen lassen, weil er nicht am gemeinsam vereinbarten Vermittlungstermin teilnahm“, heißt es in dem Schreiben des Parteivorsitzenden Dr. Ron-Hendrik Hechelmann an die Genossinnen. „Wir erhielten weder einen Grund für sein Fehlen noch eine vorherige kurzfristige Absage.“

Oberbürgermeister Geselle hatte vor rund einem Monat in einem offenen Brief den Rücktritt der Kasseler SPD-Partei- und Fraktionsspitze gefordert. Dies setzte er als Bedingungen für seine erneute SPD-Kandidatur fest. Kurz zuvor hatte er mehrere Parteiabstimmungen für die von ihm bevorzugte Koalition mit der CDU deutlich verloren. Die Partei war daraufhin unter anderem mit Ex-Oberbürgermeistern Hans Eichel und Bertram Hilgen als Vermittler auf Geselle zugegangen, um die Wogen zu glätten, jedoch ohne Erfolg. Erst den renommierten Politikprofessor Wolfgang Schröder von der Universität Kassel wollte Geselle akzeptieren, hieß es vergangene Woche.

„Partei und Fraktion sin in den vergangenen Wochen bewusst nicht auf die öffentliche Kampagne eingegangen. Wir wollten den Vermittlungsversuchen eine Chance geben, Christian ist schließlich per Beschluss nach wie vor unser designierter Kandidat“, heißt es in dem aktuellen Informationsschreiben weiter. „Wir müssen gemeinsam entscheiden, wie es weiter geht. Die Kasseler SPD muss auf jeden Fall mit einer eigenen Kandidatur in die Oberbürgermeisterwahl gehen. Unser Ziel ist es weiterhin, am 12. Oktober unseren Kandidaten ins Rennen zu schicken“, heißt es in der Mitteilung.

Geselle lässt also die Gespräche einfach so platzen. Damit unterstreicht er seine fehlende Führungsstärke. Es geht doch um unsere Stadtpolitik und nicht um ein Streit im Sandkasten. Viele Bürger stellen sich deshalb die Frage: Ist so ein Mann überhaupt noch als Oberbürgermeisterkandidat tragbar?

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