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Gesundheit Nordhessen: Mit 3,2 Mio. deutlich im Plus

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Gesundheit Nordhessen Klinikum Rundgang durch das neue Empangsgebäude
Foto:Schachtschneider
Gesundheit Nordhessen Klinikum Rundgang durch das neue Empangsgebäude Foto:Schachtschneider © Lokalo24.de

Eine positive Bilanz 2015 und die Unternehmensstrategie GNH 2020 wurden vom nordhessischen Klinik-Verbund vorgestellt.

Kassel. Die enge konzernweite Vernetzung medizinischer Leistung innerhalb der Gesundheit Nordhessen (GNH) ist eine wesentliche Voraussetzung für die nachhaltige Stabilisierung der Kliniken in der ländlichen Region. Daher bilden eine intensivere Vernetzung, eine Spezialisierung einzelner Häuser und der Ausbau der Spitzenmedizin am Klinikum Kassel einen Schwerpunkt der Unternehmensstrategie "GNH 2020". Diese wurde im Vorjahr verabschiedet und befinde sich inzwischen in der Umsetzung, sagte der GNH-Vorstandsvorsitzende Karsten Honsel  am Montag bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2015 gemeinsam mit Personalvorstand Birgit Dilchert. "Alle unsere Patientinnen und Patienten sollen sich darauf verlassen können, dass sie – unabhängig davon, in welche unserer Kliniken sie kommen – die optimale medizinische Behandlung erhalten."

Als Blaupause nannte Honsel die Neurologie. Das Klinikum Kassel als überregionales Schlaganfallzentrum ist seit vorigem Jahr mit sieben externen und GNH-Kliniken teleneurologisch vernetzt. Von dort können bei Verdacht auf einen Schlaganfall rund um die Uhr die Neurologen im Klinikum eingeschaltet werden, um per Videokonferenz den Patienten gemeinsam zu untersuchen und die Therapie einzuleiten.

Wirtschaftliche Entwicklung ist positiv

Die wirtschaftliche Entwicklung der GNH in 2015 bezeichnete Honsel trotz der schwierigen finanziellen Bedingungen der Krankenhäuser in Deutschland als positiv. Der GNH-Konzern hat das Jahr zum siebten Mal in Folge mit einem Gewinn abgeschlossen. Das Plus von 3,22 Mio. Euro ist annähernd so groß wie im Jahr 2014 (3,55 Mio. Euro) und erheblich höher als für das abgelaufene Jahr geplant (350.000 Euro). Der Umsatz (Gesamtleistung inkl. neutralem Ergebnis) ist auf 366,56 Mio. Euro gestiegen (2014: 357,53 Mio. Euro). Die Zahl der stationären Behandlungen erhöhte sich ebenfalls auf jetzt 72.902 Patientinnen und Patienten (2014: 72.374).Wegen des positiven Ergebnisses kann den Beschäftigten mit 4,88 Mio. Euro wieder der Großteil des Gehaltes zurückgezahlt werden, das 2015 im Rahmen des Zukunftssicherungstarifvertrages (Zusi) vorsorglich einbehalten worden war (insgesamt 5,35 Mio. Euro). Dieser sieht einen Gehaltsverzicht von nicht-ärztlichen und außertariflich Beschäftigten vor, im Gegenzug sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen und ein Verbleib in kommunaler Trägerschaft ist zugesichert.

Der Zusi, der 2015 endete, wurde im Dezember für ein Jahr verlängert, ausgenommen  die Seniorenwohnanlagen (SWA) Kassel GmbH. "Wir streben darüber hinaus eine Fortsetzung des Zusi ab 2017 an, um die Strategieprojekte,GNH 2020‘ umsetzen zu können", so Personalvorstand Dilchert. "Ohne den Zusi als wirtschaftlichen Back-up hätten wir in den vergangenen Jahren einen Großteil der Investitionen nicht tätigen können."

Einer der größten  Arbeitgeber der Region

Die Zahl der Vollzeitstellen ist im vorigen Jahr um 16 auf jetzt 3.214 Vollzeitstellen (2014: 3.198) gestiegen, so viele wie nie zuvor. Sie verteilen sich auf 4.770 Beschäftigte zum Jahresende (2014: 4.764). Damit hat die GNH seit 2010 insgesamt 91 zusätzliche Stellen geschaffen – vorwiegend in den Bereichen Medizin, Pflege sowie medizinisch-technischer Dienst – und ihre Bedeutung als einer der größten Arbeitgeber in der Region gestärkt. Ebenso zählt das Unternehmen mit 390 Ausbildungsplätzen in 13 Berufen zu den größten Ausbildungsbetrieben in Nordhessen. "Unsere seit Jahren hohe Ausbildungsquote – aktuell  8,2 Prozent – hat mit Sicherheit erheblichen Anteil daran, dass wir den Fachkräftemangel im Pflegebereich weniger zu spüren bekommen als andere Unternehmen", betont Dilchert. Um weiterhin den Bedarf an Nachwuchskräften in der Pflege gut decken zu können, wird ab kommenden Oktober ein integrierter Gesundheits- und Kinderkrankenpflegekurs mit zusätzlichen 20 Plätzen für junge Menschen starten.  Die Gewinnung und Bindung qualifizierter Mitarbeiter wird nach den Worten Dilcherts in den kommenden Jahren eine Herausforderung bleiben. Gelungene Beispiele seien gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen wie das ProFi-Programm, das angehende pflegerische Führungskräfte auf ihre Aufgaben vorbereitet, die ärztliche Fachweiterbildung, die mit 500 Euro pro Jahr für externe Fortbildungen unterstützt wird, flexible Arbeitszeitgestaltungs- und Teilzeitmodelle (Fachweiterbildung ist in Teilzeit möglich), Betriebliches Gesundheitsmanagement als eigene Stabsstelle und die betriebseigene Kindertagesstätte mit Öffnungszeiten von 6 bis 21.15 Uhr.Als größtes geplantes Investitionsprojekt der nächsten Jahre nannte Honsel den beabsichtigten Neubau der Kreisklinik Hofgeismar für Baukosten von rund 37 Mio. Euro (vom Land Hessen wurde eine Fördersumme von 15 Mio. Euro avisiert). Mit der Stadt Hofgeismar sei man bezüglich des Grundstücks in konstruktiven Gesprächen.

Ein weiteres Bauvorhaben, das aber ebenfalls noch nicht beschlossen ist, ist der Neubau der GNH-Kindertagesstätte (geplanter Baubeginn 2017, Einzug 2018).

Was ist die GNH?

Die Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH) bündelt Kompetenzen in der Region Nordhessen, um eine hochwertige medizinische Versorgung und Pflege anbieten zu können. Zur GNH gehören vier Krankenhäuser, Einrichtungen der ambulanten medizinischen Versorgung und Rehabilitation sowie Seniorenwohnanlagen mit ambulantem Pflegedienst. Die Krankenhäuser der GNH versorgen jährlich knapp 73.000 stationäre Patientinnen und Patienten. Mittelpunkt der Krankenhausgruppe ist das Klinikum Kassel als größtes kommunales Krankenhaus Hessens, im Umland stellen die Krankenhäuser in Bad Arolsen, Hofgeismar und Wolfhagen eine wohnortnahe Versorgung sicher.Mit knapp 4.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 380 Ausbildungsplätzen gehört die GNH zu den größten Arbeitgebern und Ausbildungsbetrieben der Region.

In Kooperation mit der University of Southampton bietet die Kassel School of Medicine (KSM) ein bilinguales Medizinstudium für jährlich rund 30 Studierende an.

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