Gewerkschaft kritisiert geplanten Jobabbau bei Wintershall-DEA

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Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) kritisiert die Abbaupläne bei Wintershall-DEA.

Die heute angekündigte Streichung von mehr als 800 der bundesweit 2000 Arbeitsplätze beider Fusionspartner ist für die IG BCE ebenso überzogen wie unrealistisch.

Kassel. Im Zuge ihres Zusammenschlusses zum größten unabhängigen Gas- und Ölproduzenten Europas planen die Unternehmen Wintershall und DEA einen drastischen Stellenabbau

 „In ihrem Ehrgeiz, das neue Unternehmen hübsch für den Börsengang zu machen, sind die Vorstände um Längen übers Ziel hinausgeschossen“, sagte Michael Winkler, der für die IG BCE im Aufsichtsrat der Wintershall sitzt. „Das können und werden wir uns nicht gefallen lassen.“ Hinzu kommt, dass der Stellenabbau binnen 18 Monaten zwischen dem Vollzug der Fusion und dem geplanten Börsengang des neuen Wintershall-DEA-Konzerns vonstattengehen soll. „Das wäre ohne betriebsbedingte Kündigungen gar nicht machbar“, warnte Winkler. Diese sind jedoch durch eine vereinbarte Beschäftigungssicherung bis Ende Juni 2020 ausgeschlossen. Gleichzeitig gab es eine Zusicherung des Arbeitgebers, diese Garantie auch über den Zeitraum hinaus wirken zu lassen. "Das Management wird die über Jahrzehnte gepflegte Sozialpartnerschaft in beiden Unternehmen nicht einfach über Bord werfen können“, so Tarifrecht-Experte Winkler.

Nach den Unternehmensplänen sind alle deutschen Standorte von den Abbauplänen betroffen, besonders stark sollen die Einschnitte jedoch an den Verwaltungsstandorten in Kassel, Hamburg und Barnstorf in Niedersachsen ausfallen. Ginge es nach dem Management, würde so unterm Strich de facto Personal in der Größenordnung eines Fusionspartners abgebaut, rechnete Winkler vor. Das sei nicht nur jenseits aller bisherigen Prognosen, es drohe auch den ordnungsgemäßen Betrieb der Unternehmen zu gefährden.

Die Arbeitnehmervertreter unterstützen generell die Schaffung eines nationalen Champions rund um die Gas- und Ölforderung. Auch ist allen Beteiligten klar, dass es vor dem Hintergrund des langfristigen Rückgangs der Fördermengen unvermeidbar ist, Synergien zu heben und Überschneidungen in den Geschäftsbereichen abzubauen.

„Die heute vorgelegten Pläne jedoch sprengen jeden Rahmen“, so Winkler. Sie belasteten nicht nur die Integration der beiden Unternehmen, sondern auch die eigentliche Idee, einen europäischen Marktführer in diesem Segment zu formen. Sowohl die absolute Zahl als auch der Zeitraum des Abbaus gehörten noch einmal auf den Verhandlungstisch, forderte Winkler. „Oberstes Ziel muss eine sozialverträgliche Lösung sein.“

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