Goldener Herbst: Infos für den Wochenendspaziergang im Wald

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Buntes Herbstlaub und Sonnenschein – schöner als an diesem Wochenende kann eine Einladung in die nordhessischen Wälder kaum aussehen.

Warum werden die Blätter im Herbst gelb und rot? Forstamtsleiter Uwe Zindel gibt wissenswerte Informationen zum Wirtschafts- und Erholsungsraum Wald.

Kassel. Für viele ist es die schönste Zeit des Jahres: der goldene Herbst. Die Blätterverfärbungen der Laubbäume in Gelb, Rot und Braun locken mit ihrer Farbenpracht und leuchten. Die Tage sind noch lang genug hell für eine längere Waldwanderung oder einen ausgedehnten Spaziergang. „Jetzt ist Herbstanfang. Eine gute Gelegenheit, mal wieder in den Wald zu gehen“, empfiehlt Forstamtsleiter Uwe Zindel.

Warum werden die Blätter gelb und rot?

Das bunte Farbspiel der Blätter im Herbst – nichts ist typischer für diese Jahreszeit, wenn man vom Drachensteigen lassen auf dem abgeernteten Stoppelfeld einmal absieht. Aber wieso verfärben sich die Blätter langsam von grün zu gelb und rot, und fallen dann von den Ästen herab, zumindest bei den meisten Laubbäumen und, in unseren Breitengraden, der Lärche als einzigem Nadelbaum? Der Förster verweist auf den Zusammenhang zwischen dem immer niedriger werdenden Sonnen- bzw. Lichtstand und den kühlen nächtlichen Temperaturen, oft um den Gefrierpunkt herum. Wenn mehrere kühle Nächte aufeinander folgen wird der in den Blättern vorherrschende grüne Pflanzenfarbstoff, das Chlorophyll, schneller abgebaut. „Der Baum zerlegt das Chlorophyll in seine einzelnen Bausteine. Er führt diese Stoffe in die dicken Äste und den Stamm über die Winterpause als Nährstoffreserve zurück.“ Dort werden sie bis zum nächsten Frühjahr eingelagert und wieder verwertet beim erneuten Blattaustrieb, wenn die Tage abermals länger werden.

Chlorophyll ist für die Natur unabdingbar. Seine Aufgabe ist es mit weiteren Stoffen, den Kohlenstoff aus dem Kohlendioxid der Luft in den Pflanzenkörper mit Hilfe des Sonnenlichts einzubauen. Dieser Prozess ist die Photosynthese, der die Pflanzen zum Wachsen bringt. Im Herbst kommt dieser Prozess zum Stillstand. „Herbstliche Blattverfärbungen stellen sich also nicht nur aufgrund der kürzeren Tage ein, sondern es ist die Strategie der Laubbäume, die Jahreszeit mit den schwierigsten Lebensbedingungen im Wartemodus zu überstehen“, führt Zindel aus.

Er ergänzt, dass dies nicht zuletzt auch zum Schutz der Bäume passiere, denn sie haben im Winter nicht nur ein Kälte-, sondern vor allem ein Wasserproblem. Daher werfen zwar die meisten Laubbäume bei uns die Blätter komplett ab, um gut durch den Winter zu kommen, aber an der Eiche bleiben beispielsweise auch im Winter zunächst viele braune Blätter hängen. Sie fallen dann beim Austrieb der frischen Knospen im Frühjahr ab. Erst im Frühling beginnen bei diesen Bäumen bestimmte Verrottungsprozesse oder die Leitstränge der Blätter werden durch beginnendes Dickenwachstum des Astes beim Neuaustrieb abgerissen. Nadelbäume verlieren im Herbst nicht ihre Blätter – die Nadeln –, bis auf die Lärche. „Trockenheit und Kälte machen ihnen weniger aus, weil die Nadeln klein und schmal sind und ihre spezielle Beschaffenheit sie schützt“, führt Zindel aus.

Aber was auch Trockenheit und Kälte für Anpassungsprozesse in der Natur nötig machen – bei angemessener Garderobe können wir Menschen dem durchaus etwas Positives entgegen setzen: Bewegung mit angemessener Garderobe. Ein Waldspaziergang, auf einem Waldweg eine Fahrradtour oder auch nur Kastanien suchen und Männchen basteln bieten sich hier an. Gerade wenn die Tage kürzer werden tut es besonders gut, noch einmal Licht, vielleicht sogar in Form von Sonnenstrahlen, und die frische Luft zu spüren. Beide haben sowohl auf den Körper als auch die Psyche positive Auswirkungen. Deswegen sollte auch bei etwas niedrigeren Temperaturen nicht davor zurückgeschreckt werden, sich im Freien aufzuhalten und vielleicht sogar sportlich zu betätigen.

„Wer sich regelmäßig draußen bewegt stärkt seinen Organismus erfahrungsgemäß“, weiß Zindel. Denn körperliche Aktivität ist ohnehin positiv für die Gesundheit zu bewerten. Hinzu komme, dass frische Luft auch bei Kälte in Herbst und Winter gut für die Atemwege sei. Denn durch die Heizungsluft der geschlossenen Räume kann der Körper frische Luft sehr gut gebrauchen. Aber es ist von Vorteil, anfangs durch die Nase zu atmen, damit die Luft erwärmt wird, bevor sie in die Bronchen gelangt.

Wege zeitweise gesperrt

Damit ein vitaler Wald auch weiterhin besteht ist der Herbst immer auch Ernte- und Pflegezeit im Wald. Daher sollten Waldbesucher in der nächsten Zeit damit rechnen, dass auch Holzernte- und Waldpflegearbeiten derzeit im Forstamtsgebiet Wolfhagen stattfinden. Entsprechende Hinweisschilder oder Absperrungen müssen auf jeden Fall beachtet werden, erklärt der Forstexperte. „Es ist aus Sicherheitsgründen unabdingbar, den Schildern zu folgen und sich danach zu richten, denn Waldarbeit ist immer auch gefährlich“, bittet Forstamtsleiter Zindel die Spaziergänger, ab und zu einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen. Auch vorübergehende Wegeverschmutzungen seien zwangsläufig und er bittet um Verständnis. Die Waldwege werden nach Abschluss der Arbeiten wieder entsprechend hergerichtet.

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