"Gute Nacht, mein Bär": Kasseler Spielraum-Theater bringt Bilderbuch zur Sprachförderung heraus

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Wollen Kleinkinder sprachlich fördern (v.li.): Buch-Illustratorin Jutta Damaschke, Stefan Becker vom Spielraum-Theater, Kulturdezernentin Susanne Völker und Katrin Westphal, Sprecherin der Kasseler Sparkasse.

Sprache berührt - vor allem Kleinkinder, die sich mitten im Prozess der Sprachentwicklung befinden. Anlässlich dazu hat das Spielraum-Theater ein Kindertheaterprojekt samt Kinderbuch entwickelt.

Kassel. Das Spielraum-Theater hat im Auftrag der Stadt Kassel ein Kindertheaterprojekt zur Sprachförderung in Kasseler Kitas entwickelt, das auch bundesweite Beachtung und Nachahmer gefunden hat. Denn nachweislich verinnerlichen Kleinkinder Sprache besonders dann, wenn sie sie emotional berührt. Theater und Geschichten können tiefe Sprachspuren hinterlassen, erklärt Stefan Becker vom Spielraum-Theater. Derzeit nehmen zwölf Kasseler Kitas an dem Förderprojekt teil. Gruppen mit zwei- bis fünfjährigen Kindern besuchen regelmäßig Aufführungen des Spielraum-Theaters.

Mit Unterstützung der Kasseler Sparkasse hat das Spielraum-Theater nun eine Kinderbuchreihe zu den aufgeführten Stücken herausgebracht. Jedes Kind, das eine Aufführung von „Gute Nacht, mein Bär“ im Kasseler Dock 4 besucht, bekommt nun nach der Vorstellung ein gleichnamiges Büchlein mit nach Hause. Mit großen Bildern und wenig Text kann die Gute Nacht-Geschichte von Flup und seinem Freund Prinz Bär Zuhause nachgelesen und wiedererlebt werden. Der natürliche Wunsch der Kinder, die gesehene Geschichte noch einmal zu hören, soll Eltern oder Geschwister ermutigen, die Geschichte zu Hause vorzulesen, sagt Becker, der die Begeisterung der Kleinen bei den Aufführungen im Dock 4 regelmäßig miterlebt. Nur noch 30 Prozent aller Kinder würde vorgelesen werden. Dabei sei Vorlesen für den frühkindlichen Spracherwerb essenziell. Durch das Buch findet die im Theater erlebte Geschichte außerdem Eingang ins Elternhaus und kann so noch tiefer im Gedächtnis verankert werden und auch erste Anstöße zur Lesekompetenz geben. „Diese Vertiefung und Nachhaltigkeit ist im Spracherwerbsprozess sehr wichtig. Auch wenn das bedeutet, dass Eltern möglicherweise jeden Abend dieselbe Geschichte vorlesen müssen“, lacht Becker. Auch vor dem Hintergrund der kulturellen Vielfalt, die in Kasseler Kitas herrscht, spielt der gemeinsame Theaterbesuch eine große Rolle. Da hier alle Kinder dieselbe Geschichte vorgeführt bekommen, wird eine gemeinsame Kultur und somit auch Spielgrundlage geschaffen. Diese funktioniert über Sprachgrenzen und Nationalitäten hinweg und führt die Kleinen spielerisch zusammen. Auf „Gute Nacht, mein Bär“ sollen zwei weitere Bilderbücher zur Theaterstücken des Spielraum-Theaters folgen. Das Buch zum kommenden Stück „Papas Geburtstag“ ist bereits in Produktion.

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