Ein gutes Jahr für die Kasseler Bank

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Unterm Strich war 2014 ein erfolgreiches Jahr für die Kasseler Bank: Viele Kredite und höhere Kundeneinlagen.

Kassel. Kaum noch wahrnehmbare Zinsen machen das Bankgeschäft immer schwerer. Trotzdem war Martin Schmitt, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Bank, mit dem Verlauf des Geschäfts- und Jubiläumsjahres 2014 zufrieden. "Wir konnten unsere Marktposition festigen.”

Möglich war das, weil sowohl im Wohnungsbau wie auch im Firmenkundengeschäft Kredite stark gefragt waren. Bemerkenswert ist es, dass viele Investoren in steigendem Maße Eigenkapital einsetzen. Bei den niedrigen Zinsen ist das für Schmitt allerdings auch kein Wunder. Gerade im Wohnungsbau sieht er weiteres Potential. "Immer noch hat Deutschland bei dem Wohneigentum die geringste Rate Europas­.”Trotz historisch niedriger Zinsen sind die Kundeneinlagen von 1,55 Milliarden Euro auf 1,6 Milliarden Euro gestiegen. Schmitt freut sich ganz besonders darüber, dass der Wertpapierbereich um 37 Millionen Euro zugelegt hat. "Hier wird noch viel passieren”, ist er sich sicher. "Aktienfonds bieten noch eine Gelegenheit, Geld vernünftig anzulegen. Auf schnell steigende Zinsen braucht niemand zu hoffen.” Leider seien in Deutschland gerade mal 14 Prozent der Bevölkerung auf dem Aktienmarkt aktiv. Der Börsengang der Telekom habe hier großen Schaden angerichtet.

In der Bilanz sank der Zinsüberschuss auf 45,6 Millionen Euro, die Provisionseinnahmen blieben stabil bei 12 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn ist von 2,9 Millionen Euro auf 2,35 Millionen Euro gesunken. Aber Schmitt kann die 36.764 Mitglieder der Bank beruhigen: "Wir werden vorschlagen, dass wieder eine Dividende von vier Prozent ausgeschüttet wird." Den gesunkenen Bilanzgewinn erklärte Schmitt aber auch mit der Zuführung von Geldern in die stille versteuerte Reserve. Wie groß die ist, wollte er aber nicht verraten: "Der Vorstand weiß es, der Aufsichtsrat ahnt es, die Öffentlichkeit wird es nicht erfahren.” Schmitt wies auch darauf hin, dass das haftende Eigenkapital von 185,24 Millionen Euro auf 207,5 Millionen Euro deutlich erhöht worden sei. Die Bank stehe gut da, ist er sich sicher. "Ein aufmerksamer Blick auf die kommenden Herausforderungen ist jedoch unumgänglich. Zunehmende Kontrollen und die anhaltende Niedrigzinsphase werden uns auch 2015 ständig beschäftigen.”

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