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Hallo wach, Lufthansa

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Von: Rainer Hahne

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Briefwechsel. Chefredakteur Rainer Hahne schreibt diesmal an Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzenden der Lufthansa. Es geht um den AIRail-Service...

Sehr geehrter Herr Carsten Spohr,

Sie sind der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa. In diesen  Tagen ist das nicht unbedingt ein Job, für den man Vergnügungssteuer zahlen muss. Die Leute, die von sich glauben, dass sie die Wichtigsten im Unternehmen sind, streiken immer mal wieder gerne. Ja, Ihre Piloten haben zuletzt dafür gesorgt, dass Ihre Firma einen Verlust in dreistelliger Milionenhöhe verbuchen konnte. Hinzu kommt, dass Firmen Ihrer Größe dafür bekannt sind, dass sie so flexibel sind wie  Eisenbahnschienen. Und nur allzu oft passt dazu die alte Volksweisheit: "Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.”Um so erstaunlicher ist es, dass Sie jetzt relativ schnell Kassel in Ihren  AIRail-Service aufgenommen haben. Flüge als Verbindung von Kassel-Calden nach Frankfurt sind es nicht geworden. Stattdessen heißt es ab dem 15. Dezember: "Mit dem Zug zum Flug.”

Ja, nach Köln,  Düsseldorf, Stuttgart und Karlsruhe haben Sie auch Kassel in dies Programm aufgenommen, in dem die Bordkarte zum Zugfahrschein geworden ist.Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Aber ist es ein Zufall, dass unser kleiner Regionalflughafen in diesen Tagen positive Nachrichten verkünden kann und Sie Kassel still und heimlich in Ihr AIRail-Programm aufnahmen? Ich glaube nicht. Während die Süddeutsche immer noch im Tone höchster Arroganz verkündet, dass in Calden kein Flieger abhebt, haben Sie erkannt, dass Sie unseren Flughafen durchaus ernst nehmen müssen.

Turkish Airlines hat das bereits getan und wird über kurz oder lang von Kassel-Calden aus  Richtung Istanbul und damit Richtung Asien starten. Und jetzt kommen Sie – leicht verspätet – und bieten immerhin eine komfortable Verbindung Richtung Frankfurt an. Ohne Kassel-Calden wären Sie nie auf den Gedanken gekommen,  Ihre Kunden in Nordhessen mit diesem Service zu erfreuen.Irgendwie passend, dass unser Flughafen seine Geburtswehen in der Zwischenzeit offensichtlich erfolgreich hinter sich gebracht hat. Alle Flüge nach Mallorca und in die Türkei sind ordnungsgemäß durchgeführt worden. Die Auslastungszahlen sind hervorragend. Die Flüge nach Kreta und nach Fuerteventura sind zum Großteil ausgebucht. Das Winterprogramm steht. Und 2015 geht es auch nach Ägypten. Ja, sogar an 2017 wird bereits gedacht. Dann soll ja bekanntlich ein kleiner  Teil der documenta in Athen stattfinden.Und natürlich sollen Flüge von Kassel-Calden in die griechische Hauptstadt angeboten werden.Ja, Herr Spohr, da wurde es Zeit, dass die Lufthansa aufwacht.

Mit fliegerischen GrüßenRainer HahneChefredakteurP.S. documenta in Athen. Da hat manch ein Nordhesse noch Schaum vor dem Mund. Andere hingegen planen schon eine schöne Städtetour. Es muss wohl nicht gesondert erwähnt werden, dass Kassels bekanntester Kegelklub "Schlossgeister” im Flieger sitzen wird.

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