Handel will in Kassel kein 2G

Corona Schild Abstand Maske 
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In Kassels Geschäften wird weiter Maske getragen.

Angst vor Shitstorm und eingeschlagenen Schaufenstern

Kassel Die Hessische Landesregierung hat die bestehende Coronavirus-Schutzverordnung bis zum 7. November verlängert und neue Regelungen festgelegt. So wird beispielsweise auf Wunsch aus der Branche hin die bestehende 2G-Option auf den gesamten Einzelhandel ausgeweitet: Es steht den betreibenden Personen frei, nur noch Geimpfte und Genese in ihren Geschäften zu empfangen und dann auf Abstands- und Maskenpflicht zu verzichten: „Wir gehen davon aus, dass diese Option eher nur tageweise genutzt wird und Geschäfte des alltäglichen Bedarfs davon keinen Gebrauch machen werden. Das heißt dann aber auch, dass ohne 2G weiter die Abstands- und die Maskenpflicht gelten.“

Die 2G-Option will der Kasseler Einzelhandel nicht nutzen. Eine Umfrage unter Kasseler Händlern ergab: Viele haben Angst vor einem Shitstorm oder vor eingeschlagenen Schaufensterscheiben, wenn sie die 2G-Regelung einführen.

Mit Namen wollten nur wenige Einzelhändler dazu Stellung nehmen.

Walter Pape von Etui Mertl sagte beispielsweise, dass man bei dem Spezialisten für Taschen, Koffer, Reisegepäck, Ranzen, Lederwaren die 3G-Regel beibehalten wolle. „In unseren Geschäften haben wir so viel Platz, dass unsere Kunden sich in aller Regel nicht zu Nahe kommen. Und daran, in Geschäften eine Maske zu tragen, haben sich ja inzwischen viele Menschen gewöhnt.“

Ähnlich äußert sich auch Tobias Pitsch von Electronic Partner Pitsch in der Unteren Königsstraße: „Wir bieten unsere Produkte auf drei Ebenen an, da kann man sich gut ‘aus dem Weg gehen‘. Deshalb werden wir – so wie es im Moment ausschaut – vermutlich an der 3G-Regelung festhalten.“

Weiter neu ist eine Testpflicht für ungeimpftes Personal in den Krankenhäusern, wie sie bereits auch in Alten- und Pflegeheimen gilt. Ministerpräsident Volker Bouffier wies außerdem auf bevorstehende Weihnachtsmärkte hin: Diese könnten in diesem Jahr stattfinden, Zugangskontrollen sind nicht erforderlich.

Der Hessische Regierungschef betonte zum Ende der kostenlosen Bürgertests nochmals die Wichtigkeit der Impfungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. „Wir sind bislang gut durch den Herbst gekommen, das zeigen die Hospitalisierungsinzidenz und die Intensivbettenauslastung mit COVID-19-Patientinnen und -Patienten“, sagte er. „Trotzdem dürfen wir nicht unvorsichtig werden. Der größte Schutz gegen das Virus für uns alle bleibt die Impfung. Und diese ist nach wie vor unkompliziert, unbürokratisch und kostenfrei zu bekommen. Jetzt, da für viele Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit zu kostenlosen Testungen entfällt, bitte ich umso stärker darum, unsere Impfangebote zu nutzen.“

Seit Montag sind die Antigen-Schnelltests, wie sie in Testzentren oder Apotheken vorgenommen werden, für viele Bürgerinnen und Bürger Hessens nicht mehr kostenfrei. Grund ist eine Änderung der Testverordnung der Bundesregierung. Ein beschränkter Personenkreis kann diese Tests jedoch noch ohne zu bezahlen in Anspruch nehmen, so beispielsweise Kinder unter zwölf Jahren, Schwangere oder Personen, die zum Zeitpunkt des Tests aus medizinischen Gründen nicht gegen das Coronavirus geimpft werden können. Für Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre sowie für Schwangere ist noch bis zum Jahresende ein Test pro Woche kostenfrei. In Schulen bleiben die wöchentlichen Testungen jedenfalls bis zum Ende des Jahres kostenfrei. Kinder unter sechs Jahren und Kinder, die noch nicht eingeschult sind, brauchen generell keinen Negativnachweis.

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