Heimliches Maskottchen oder Schädling: In Kassel hält die Waschbärparade Einzug

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Ließ zehn 1,70 Meter große Waschbärfiguren anfertigen, die von Künstlern bemalt werden: Ronny Knepper, Initiator der 'Waschbärparade Kassel'.

Mit dem Gedanken, Kassel auch nach der documenta künstlerisch zu gestalten, ließ Ronny Knepper Waschbärfiguren anfertigen, die von Künstlern bemalt werden. Im Herbst sind zwei Paraden mit den Kunstfiguren geplant.

Kassel. Was andere Städte bereits vor Jahren ins Leben gerufen haben, lässt bald auch das Kasseler Stadtbild bunter werden: Eine Tierparade. Neben der Züricher „Kuh Kultur“ oder dem Berliner „Buddy Bär“, findet sich mit den Baunataler VW Käfern sogar schon ein Kunstfiguren-Vorbild in nächster Nähe. Die passende Tierfigur für Kassel ist wohl das heimliche Maskottchen der Stadt – der Waschbär. Das dachte sich jedenfalls Ronny Knepper, der seit Januar 2018 aus einer Privatinitiative heraus die Vision einer bunten Waschbärparade verfolgt. „Im Dach meines Wohnhauses tobten zufällig Waschbären miteinander, als auf meinem Fernseher eine Dokumentation über ein Dorf lief, das sich auf die Herstellung von großen Figuren spezialisiert hat“, erzählt der Initiator der Kunstausstellung ‘Waschbärparade Kassel’.

Mit dem Gedanken, Kassel auch nach der documenta künstlerisch zu gestalten, ließ Knepper bereits weiße Tierplastiken produzieren. „Ich habe zehn 1,70 Meter große Waschbärfiguren aus witterungsbeständigem, Glasfaserverstärkten Material anfertigen lassen und in der Kasseler Kreativfabrik gelagert, damit sie dort von Künstlern gestaltet werden können“, sagt der 40-Jährige. Knepper fungiert dabei als Vermittler zwischen Sponsoren und derzeit 17 Künstlern, die das Projekt mit ihrem Schaffen unterstützen möchten: „Sponsoren haben bereits eine Idee gefasst, wie ihre Figur aussehen soll und können sich den passenden Kunstschaffenden aussuchen.“

Drei erste Bären sind los

Zum 50-jährigen Bestehen hat das dez-Einkaufszentrum schon eine von Designerin Julia Gottschalk-Winnemuth bemalte Tierfigur im Pop Art Stil aufgestellt. Autohaus Cöster beauftragte den Künstler Zaki Al Maboren und wünschte sich zahlreiche bunte Autos auf dem Rohling. Im Gegensatz dazu sollte der Waschbär vom Club Gleis1 im Kulturbahnhof so natürlich wie möglich aussehen und bekam vom Künstlerteam ‘KolorCubes’ neben einer realistischen Bemalung eine goldene Kugel in die Pfoten, die an den Froschkönig erinnert. Dem nächsten Bär werden sich im Auftrag der Deutschen Bahn die Schüler der Hegelsbergschule widmen.

„Die Deutsche Bahn unterstützt das Projekt zusätzlich in Form einer Parade, die im September im Hauptbahnhof stattfinden wird. Eine weitere Parade mit den zehn Waschbären wird ebenfalls im Herbst im dez zu sehen sein“, verrät Ronny Knepper. Am Ende der Ausstellung soll es außerdem eine große Versteigerung geben, wobei der Erlös karitativen Zwecken zugute kommen soll.

Stadt Kassel als Sponsor?

Für die restlichen Rohlinge werden noch Sponsoren gesucht, was ist denn mit der Stadt Kassel? „Die Stadt entgegnete bisher, dass diese Kunstaktion nicht zur documenta passen würde,“ so Knepper.

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