KSV Hessen: "Es geht nur noch darum, die Insolvenz abzuwenden."

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Es sieht nicht gut aus für den KSV Hessen: v.l.: Dirk Lassen, Pressesprecherin Alexandra Berge und Matthias Hartmann bei der Pressekonferenz im Auestadion.

Es ging um nicht weniger als "die Zukunft des KSV Hessen Kassel" - unter diesem Titel hatte der KSV ins Auestadion geladen. Und die Zukunft sieht momentan alles andere als rosig aus.

Fußball. Bedrückend war die Stimmung am Donnerstagmittag im Auestadion. Seit einer Woche machten Gerüchte die Runde, der KSV ziehe eine Planinsolvenzin Betracht - dazu fehlt allerdings der Plan. Dass die Finanzlage nicht besonders gut ist, war bekannt, doch jetzt geht es für die Löwen nur noch ums nackte Überleben - und das gaben sie offen zu.

„In den nächsten 14 Tagen geht es nur noch darum, eine drohende Insolvenz abzuwenden“, sagte Aufsichtsratsmitglied Matthias Hartmann am Donnerstagmittag. Die Schuldenlast ist bedrückend: 1,1 Millionen Euro langfristige, sowie rund 400.000 Euro kurzfristige Verbindlichkeiten belasten die Löwen. Und da drückt der Fußballschuh: „Wenn wir bis Saisonende nicht 350.000 Euro zusammenbekommen, ist der Gang zum Amtsgericht wohl unvermeidbar“, so Hartmann. Allerdings stünde der Fortbestand des Vereins an oberster Stelle, betonte Finanzvorstand Dirk Lassen und schließt somit auch einen Gang in die Hessenliga nicht kategorisch aus. In der Hessenliga könnte man zwar Schulden abbauen, „den Verein zu sanieren, ist aber unmöglich“, so Dirk Lassen – zumal man auch andere Ansprüche habe. In Sachen Hauptsponsor gibt es nichts Neues. „Ohne konkrete Zusagen können wir nicht planen und somit auch nicht die Liquidität garantieren“, sagt Hartmann. Es war so etwas wie ein letzter Hilferuf der Löwen. „Wir brauchen ein Signal, von Zuschauern und Sponsoren, dass sie in Kassel Regionalliga-Fußball sehen wollen“. 100.000 Euro an Sponsorengeldern habe man bisher beisammen – noch aus laufenden Verträgen.

Die Erklärungen für die finanzielle Misere hatte man schon öfter gehört: Sponsoren hätten Versprechungen nicht eingelöst, die Zuschauer fehlen, obwohl die Mannschaft sympathisch aufspiele und Punkt um Punkt sammle, neue Sponsoren möchten in die Zukunft investieren und keine Altlasten begleichen und in der Regionalliga sei ohnehin kein Geld zu verdienen – alles nichts Neues. Der Verein sei Jahr für Jahr ins Risiko gegangen, um aus der „verdammten Regionalliga aufzusteigen“ (Lassen). Das scheint sich jetzt zu rächen. Der KSV konnte von den letzten zehn Regionalligajahren nur ein einziges mit einem positiven Ergebnis abschließen. Und was ist nun mit der viel diskutierten Planinsolvenz? „Wie der Name sagt braucht man dafür einen Plan, wie der Verein saniert werden kann. Diesen Plan gibt es ohne Zusagen von Sponsoren nicht“, erklärt Hartmann.

Und so bleibt das Gefühl, das könnte der letzte Hilferuf, der letzte Appell, der Löwen gewesen sein.

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