KSV Hessen auf dem richtigen Weg?

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Briefwechsel. Chefredakteur Rainer Hahne richtet seine Worte an KSV Hessen-Präsidenten Hans Jochem Weikert.

Sehr geehrter Hans-Jochem Weikert,

Sie sind der Präsident des KSV Hessen Kassel und haben zu Beginn Ihrer Amtszeit – Mitte letzter Saison – alles auf eine Karte gesetzt. André Schubert hieß diese Karte. Schubert hatte nach seinen ersten Profi-Stationen in Paderborn und auf St. Pauli Zeit und war bereit, sich intensiv um den KSV Hessen zu kümmern.

Schnell war zu sehen, dass Schubert genau wusste, was er wollte. Neue Spieler, die er  geholt hat, sorgten dafür, dass der KSV nicht den Weg in die Hessenliga antreten musste. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass im Nachhinein kaum eine Mannschaft absteigen musste.

Deutlich zu sehen war auch, dass Schubert sich mit Trainer Matthias Mink aus dem Talentschuppen von Bayer Leverkusen den richtigen Übungsleiter ausgesucht hatte. Ruhig. sachlich, aber energisch und zielbewusst steuert Mink sein Löwenrudel weg vom Rumpelfußball hin zu einem offensiv ausgerichteten Fußball, der auf Dauer die Zuschauer wieder in großer Zahl ins Auestadion holen soll.

Richtig zu sehen ist das aber erst in dieser Saison. Schubert und Mink haben eine Mannschaft zusammen gestellt, die wieder Hoffnung auf guten Fußball macht. Auch wenn das erste Spiel bei der spielstarken Reserve der Hoffenheimer unglücklich verloren ging, gegen Pirmasens nach starkem Spiel nur ein Punkt am Platz blieb – der spielerische Aufschwung war nicht zu verkennen. Und dann kam das Auswärtsspiel in Neckarelz.

Ein Unentschieden und eine Niederlage aus der  Vorsaison  sorgte für gedämpften Optimismus. Doch dann kam die Mannschaft mit einem sensationellen 5:2-Kantersieg zurück. Sollte der Knoten für diese Saison geplatzt sein oder wird die noch etwas wacklige Defensive die Hessen immer wieder in Bedrängnis bringen? Wie auch immer. Ihre Entscheidung, André Schubert zum sportlichen Leiter zu machen, hat sich bewährt. Ich habe mir schon häufiger die Zeit genommen und mit ihm zusammen ein Spiel angeschaut. Schnell wird klar – da steht ein absoluter Fachmann, der genau weiß, was er will und ein Spiel eine Saison  "lesen”  kann.

Wären wir nicht in Kassel,  sondern in Hoffenheim oder Leipzig, wäre schnell klar, dass Schubert der richtig Mann ist, um dem KSV den langersehnten Aufstieg in die Bundesligen zu bescheren. Doch im nüchternen Nordhessen träumt man zwar gern, doch Geld dafür gibt es nicht.So bleibt die Hoffnung, dass Schubert das Löwenrudel aus der DFB-Ferne steuert und vielleicht doch noch ein Geldgeber irgendwo her kommt und den nordhessischen Fußballtraum erfüllt.

Mit sportlichen GrüßenRainer HahneChefredakteur

P.s. Gute Fußballer haben wir genug in der Region.  In der 2. Bundesliga spielen einige. Und als die U21 des DFB Weltmeister wurde, waren gleich vier Nordhessen im Kader. Das macht Hoffnung auf mehr.

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