Hitzefalle Auto: Drei Haustiere mussten in diesem Jahr schon aus Fahrzeugen gerettet werden

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Ist für heiße Tage bestens gerüstet: Redaktionshund Schmidti, hier mit Spielpartnerin Malu (li.), hat für die heißen Tage noch eine Kühlmatte in seiner Transportbox.

Aufgrund der frühen sommerlichen Temperaturen mussten in diesem Frühling bereits dreimal Tiere aus einem überhitzten Auto gerettet werden. Die Stadtpolizei hat in Abstimmung mit dem städtischen Amt Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit zwei Hunde und eine Katze aus ihrer lebensbedrohlichen Situation befreit. Sommerliche Temperaturen, Sonnenschein und noch schnell die letzten Besorgungen für den geselligen Grillabend machen. Das Haustier kann kurz im Auto warten… Oder?

Kassel Hunde können sich– im Gegensatz zu Menschen – nicht durch Schwitzen über die Haut Kühlung verschaffen und sind aus diesem Grund gegenüber Hitze sehr empfindlich. „Es reichen schon wenige Minuten ab 20 Grad Celsius, um den Hunde in eine lebensbedrohliche Situation zu bringen“, bestätigt Dr. Regina Emrich, Amtstierärztin der Stadt Kassel. Hunde haben kaum Möglichkeit - außer durch schnellere Atmung - ihre Körpertemperatur zu regulieren. Ein Teufelskreis: Durch das Hecheln verbraucht der Hund viel Wasser und dehydriert.

Selbst wenn durch das Offenlassen schmaler Fensterspalten für Frischluftzufuhr gesorgt wird, ist das Zurücklassen eine Gefahr für das Wohlbefinden und das Leben des Tieres. Der geringe Luftraum im Fahrzeug macht dem Hund die Wärmeabgabe durch Hecheln unmöglich.

Ab 40 Grad Celsius Körpertemperatur treten Kreislaufbeschwerden auf. Lebenswichtige Organe werden weniger mit Blut versorgt, was zum Schock führen kann. Steigt die Körpertemperatur auf 42 Grad Celsius an, gerinnt das körpereigene Eiweiß, was Bewusstlosigkeit und den Tod zur Folge haben kann. Hat der Hund keine Möglichkeit die Wärme abzugeben, kommt es zu Dehydration und Hyperthermie, d. h. die Körpertemperatur steigt an, der Hund „verkocht“ förmlich.

Auch ein schattiger Parkplatz oder ein Tiefgaragenstellplatz sind nicht sicher: Die Sonne wandert, schon steht der Wagen wieder in der Sonne und auch im Schatten oder unter dem Parkdeck erhitzt sich das Auto in rasantem Tempo. Der unterschätzte Glashauseffekt kann lebensbedrohliche Folgen haben: Die Lufterwärmung bedeutet für Hunde massiven Stress und kann innerhalb kurzer Zeit zu einem Zusammenbruch des Kreislaufsystems führen, sodass das Tier versterben kann.

Warnsignale erkennen

Starkes Hecheln, langgestreckter Hals, Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen, Nervosität, Teilnahmslosigkeit… dies alles können Anzeichen für einen Hitzeschlag sein, der im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres führt. Zeigt ein Tier diese Symptome, muss es schnellstmöglich tierärztlich behandelt werden.

Was soll ich tun, wenn ich so einen Fall bemerke?

Hilfe holen! Rufen Sie das Veterinäramt, die Polizei, das Ordnungsamt oder die Feuerwehr. Sofern das Fahrzeug auf einem Supermarktparkplatz steht, bitten Sie darum, den Halter ausrufen zu lassen. Bringen Sie das Tier anschließend an einen kühlen Ort und bieten Sie ihm in kleinen Gaben Wasser an. Merken Sie sich wichtigen Daten und geben Sie diese an die Einsatzkräfte weiter: Datum, Ort, Uhrzeit, Automarke, Farbe und Kennzeichen.

Bleibt festzuhalten: Haustiere sollen auf keinen Fall bei diesen Temperaturen im Auto bleiben. „Wer dies dennoch tut, verstößt gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Hundeverordnung. Dies kann ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro oder sogar ein Strafverfahren nach sich ziehen“, sagt Dr. Emrich an alle Hundehalter.

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