"Homophober Rassist": Kasseler Jung-Grüne fordern Naidoo-Boykott

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Am 16. August soll Xavier Naidoo beim langen Open Air-Wochenende an der Messe Kassel auftreten – die Grüne Jugend in Kassel  fordert, das Konzert abzusagen.

Auf der "Hin und Weg Tour" wird Xavier Naidoo am Sonntag, 16. August, ein Open Air-Konzert in Kassel an der Messe geben. Die Grüne Jugend Kassel ruft zum Boykott des Konzerts auf. Grund sind die Äußerungen, die der bekannte Sänger immer wieder von sich gibt.

Kassel.  „Dass mit Naidoo ein homophober Rassist, der antisemitische Sprache verwendet und rechtsextreme Verschwörungstheorien verbreitet, in Kassel eine Bühne bekommt, lehnen wir entschieden ab“, sagt Julia Teresa Höhl, Sprecherin der Grünen Jugend Kassel.

Am 16. August ist ein Konzert des Sängers beim großen Open-Air-Wochenende an der Messe Kassel geplant.

Zuletzt war der erfolgreiche Sänger für einen Videoclip kritisiert und in der Folge aus der Jury der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (mit Dieter Bohlen) geflogen. In dem Filmchen, das schon vor längerer Zeit aufgezeichnet worden sein soll, sang Naidoo Zeilen wie „Aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt. (...) Lass‘ uns das beenden und zwar nun. Ihr seid verloren.“

Mit solchen Aussagen offenbare Xavier Naidoo der Grünen Jugend Kassel nach seine politische Einstellung, mit der er bereits in der Vergangenheit für Aufsehen sorgte. „All diese Äußerungen zeigen, dass man Xavier Naidoo nicht mehr nur als Popstar betrachten kann. Er hat sich mehrfach als Demokrat disqualifiziert, weshalb sich auch bereits frühere Weggefährten wie die „Söhne Mannheims“ von ihm distanzierten“, erklärt Julia Teresa Höhl, Sprecherin der Grünen Jugend Kassel, verbunden mit der Forderung „Kassel soll Rechte wie Xavier Naidoo nicht willkommen heißen.“

Julia Teresa Höhl, Sprecherin der Grünen Jugend Kasse

„Gerade in einer Zeit, in der mit der AfD eine in großen Teilen vom Verfassungsschutz beobachtete Partei in unseren Parlamenten Fuß fasst und versucht, diese wie in Thüringen lächerlich zu machen, stellt das Verbreiten solcher Aussagen eine große Gefahr dar. Es vergiftet das gesellschaftliche Klima in unserer Demokratie und ist der Nährboden für rechtsextreme Gewalttaten wie in Halle und Hanau“, ergänzt Felix Donhauser aus dem Vorstand der Grünen Jugend Kassel.

Die Grüne Jugend Kassel fordere daher ein, dass gerade in Kassel, wo 2006 der NSU Halit Yozgat ermordete und im letzten Jahr der rechtsextreme Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke bundesweit für Aufsehen sorgte, ein solcher Künstler keine Bühne zur Verfügung gestellt bekommen darf. Kassel habe im letzten Sommer unter Beweis gestellt, dass es bunt ist und die Stadtgesellschaft solidarisch zusammenstehe. Eine solche Reaktion erwartet die Grüne Jugend Kassel nun auch auf das geplante Konzert Naidoos: „Boykottieren Sie als freiheitliche Bürgerinnen und Bürger in Kassel seine Musik, kaufen Sie sich keine Konzertkarten! Und an den Veranstalter MM Konzerte appellieren wir, den Auftritt abzusagen, denn es gibt mehr als genug Gründe, diesem Sänger keine Öffentlichkeit zu bieten“, so Donhauser abschließend.

Übrigens: Naidoo legte in einem weiteren Video inzwischen nochmal nach: Er will Nazis lieber „Nasos“ nennen. Der Faschismus tarne sich als die Parteien „Die Linke“ und SPD, schließt der Sänger in seiner grotesken Theorie.

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