"Ich habe den Bus vom Foto der Kasseler Bombennacht"

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Arnold Zech aus Hann. Münden erkannte den Opel Blitz-Bus auf der Titelseite des EXTRA TIPs. Er kennt das Fahrzeug wie seine Westentasche, denn er hat selbst ein Modell restauriert.

Der Oldtimersammler Arnold Zech aus Hann. Münden hat einige besondere Schätzchen in seiner Garage. Jedes erzählt eine eigene Geschichte. Und ein Bus eine besondere: Zech erkannte ihn auf dem Titelfoto unserer Ausgabe zur Kasseler Bombennacht wieder.

Kassel./Hann. Münden.   In einem Schlechten auch das Gute sehen. Das hat Arnold Zech aus Hann. Münden getan. Als der EXTRA TIP am 10. Februar über die Bombennacht vom 22. Oktober 1943 berichtete, die Kassel in Schutt und Asche legte, erkannte der leidenschaftliche Schrauber auf dem Titel-Foto ein Fahrzeug, das er sein Eigen nennen darf, einen Bus der Marke Opel Blitz. Zech meldete sich gleich in der Kasseler Redaktion.

Der Abend des 22. Oktober 1943 und die Nacht auf den nächsten Tag waren für Kassel die schlimmsten Stunden seiner Geschichte. Über 400.000 Bomben fielen in wenigen Minuten auf die Stadt, die zu der Zeit als eine der schönsten Fachwerkstädte Deutschlands galt.10.000 Menschen kostete der Bombenangriff der Briten ihr Leben, tausende wurden verletzt, obdachlos, verloren all ihr Hab und Gut. Auf diesem Foto vom Tag danach erkannte Arnold zech seinen Opel-Blitz- Bus (links) wieder.

„Das Fahrzeug ist zu erkennen an den geschwungenen hinteren Radläufen. Ein unverkennbares Design. Diese Fahrzeuge waren absolute Einzelstücke und wurden von Peter Schwarze in Blomberg (Nordrhein-Westfalen) gebaut. Vor über 25 Jahren kaufte ich einen dieser Busse bei Königslutter und verkaufte ihn eine Woche später weiter. 20 Jahre lang stand er auf einem ehemaligen Kasernengelände, ehe ich ihn vor drei Jahren zurück erwarb und zu restaurieren begann“, erklärt der Hann. Mündener. Zech machte sich mit seinem Enkel an die Arbeit und restaurierte das riesige Ungetüm.

 2016 wurde auf dem Hof des Oldtimer-Sammlers sogar der 80. Geburtstag des Gefährts mit Bekannten und Freunden gefeiert. Ein halbes Jahr später war das Werk vollbracht und der Opel Blitz war wieder in der Spur. Heute bewegt der 71-Jährige den rot-weißen Blickfang bei besonderen Anlässen. Einiges musste Zech improvisieren, wie zum Beispiel die Türschlösser: „Auf Oldtimer-Flohmärkten findet man für Pkw allerhand, aber für Busse fast nichts. Da muss man eben kreativ sein.“

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