Identitätsdiebstahl: Leichtes Spiel für Datendieb bei der Sparkasse

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Verärgert: Der Hofgeismarer Versicherungsmakler Jürgen Gilly (64) wurde Opfer von Identitätsdiebstahl.

Jürgen Gillys Konto wurde von einem bislang unbekannten Betrüger geplündert. Die Sparkasse erstattete ihm den fehlenden Betrag zurück, doch zufrieden ist er noch nicht.

Kassel. Am 13. Juni diesen Jahres ging bei der Kasseler Sparkasse ein Anruf ein. Ein Herr, der sich als Jürgen Gilly ausgab, forderte unter Angabe dessen Kontonummer, eine dringende Überweisung auf ein Konto in den Niederlanden. Nach der Übersendung einer E-Mail mit den Daten des Empfängerkontos soll der Auftrag von der Kasseler Sparkasse ausgeführt worden sein. 6.900 Euro gingen per Blitzüberweisung vom Konto des Hofgeismarer Versicherungsmaklers Jürgen Gilly auf das Konto eines bis heute Unbekannten.

„Zum Glück habe ich am nächsten Tag bemerkt, dass das Geld fehlte. Mein Konto war plötzlich überzogen“, berichtet der 64-Jährige gut zwei Monate nach dem Vorfall. „Und das, obwohl ich mein Konto im Vorfeld gegen Auslandsüberweisungen, Telefonüberweisungen und Überziehungskredite gesperrt hatte. Das sollte der Sicherheit dienen, wurde bei der Überweisung aber leider nicht beachtet.“

Gilly nahm Kontakt zur Kasseler Sparkasse auf und erklärte, dass es sich bei dem Anrufer nicht um ihn gehandelt hatte. Drei Wochen später erhielt er die fehlenden 6.900 Euro plus der Zinsen für die Kontoüberziehung von 16,02 Euro zurück. Für das Bankinstitut war der Fall damit erledigt.

„Außerhalb des bewährten Telefonbankings ist es hier in einem Einzelfall einem Betrüger durch die Nutzung der Daten eines Kunden und unter Vorspiegelung eines persönlichen Notfalls gelungen, eine Überweisung in das Ausland zu veranlassen“, erklärt Michael Krath, Pressesprecher der Kasseler Sparkasse auf Anfrage, „wir bedauern den Vorfall sehr, haben den Kunden um Entschuldigung gebeten und angesichts dieses bisher einmaligen Vorfalls unsere Sicherheitsmaßnahmen nochmals verschärft.“

Für Jürgen Gilly hat sich der Fall jedoch noch nicht erledigt. Auch wenn bisher unbekannt ist, woher der Betrüger seine Daten hatte, sieht er durch den Identitätsdiebstahl die Sicherheit seines Unternehmens bedroht.

„Die Datensicherheit meines Unternehmens ist wichtig für meine Existenz. Daher habe ich eine professionelle Prüfung des Firmen-Servers auf Viren- und Trojaner-Befall veranlasst. Außerdem habe ich Zeit mit der Stellung der Strafanzeige gegen den Betrüger und der Betreuung der Sicherheitsprüfungen verbracht. Diese Arbeitsstunden stelle ich der Bank ebenfalls in Rechnung“, so der Versicherungsmakler. Er fordert von der Sparkasse nun die Erstattung von zusätzlichen 602,44 Euro. Die Kasseler Sparkasse sehe hier hingegen „keinen Zusammenhang mit dem betrügerischen Auftrag“ und könne die Forderung daher nicht nachvollziehen.

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