In der Zwickmühle: Wehr in Kassel wird nur nach Plan gesteuert

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Karola Söllner ist mit der „Hessen“ auf eine funktionierender Schleuse samt Wehr angewiesen.

Kassel - Plötzlicher Starkregen ist keine Seltenheit mehr. Für Karola Söllner und ihr Schiff „Hessen“ ist das existenzgefährdend geworden.

„Das hat in dieser Saison dafür gesorgt, dass wir dreimal zwischen Schleuse und Drahtbrücke eingesperrt waren. Da konnten wir unsere Gäste nach Hause schicken.“ Gleich dreimal in den letzten Wochen stieg das Wasser der Fulda unerwartet stark an. Das hat die Folge, dass die „Hessen“ nicht mehr unter der Drahtbrücke her passt. Früher war das kein Problem. „Wenn wir unter der Drahtbrücke durch ins Oberwasser wollten, haben wir den Schleusenwärter angerufen.

Der ist dann rüber gerannt und hat das geregelt“, erklärte Söllner. Die Zeiten sind vorbei. Die Schleuse ist geschlossen. Den Schleusenwärter gibt es nicht mehr. Der EXTRA TIP hat mit dem stellvertretenden Amtsleiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts in Hann-Münden Timo Freitag gesprochen. Dem ist die Problematik bekannt. „Wir haben kein Personal mehr vor Ort. Für das Wehr gibt es einen festgelegten Hebeplan mit oberen und unteren Wasserständen. Auf spontane Regenfälle können wir nicht mehr reagieren. Wir haben kein Personal mehr vor Ort.

Eine Steuerung außerhalb der normalen Zeit dauert deshalb seine Zeit.“ Freitag weiß, dass die Drahtbrücke sehr knapp, sehr niedrig gebaut worden ist und die „Hessen“ schnell in Probleme geraten kann. Aber gerade am Wochenende ist eine Nachsteuerung kaum noch möglich. „In der Woche fährt jemand raus, wenn einer verfügbar ist. Das ist am Wochenende nicht mehr möglich“, schildert Freitag die aktuelle Situation.

Es ist ihm klar, dass diese Lösung unbefriedigend ist und dringend besprochen werden muss. „Ich gehe davon aus, dass es noch länger dauert, bis die Schleuse neu gebaut ist. Und auch danach müssen wir mit das Stadt darüber reden, wie die Steuerung des Wehrs optimiert werden kann.“ Für Karola Söllner sind diese Aussagen unerträglich: „In Wahnhausen ist jemand zuständig. Der könnte auch mal schnell nach Kassel kommen und nachregeln. Es kann doch nicht sein, dass es um zwei Zentimeter zu hohen Wasserstand geht und wir hundert Leute nach Hause schicken müssen. Wollen die uns eigentlich kaputt machen?“

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