Jacob Grimm im Mittelpunkt bei "Region trifft sich" in Kasseler Sparkasse

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Professor Heinz Rölleke, international angesehener Grimm-Forscher und renommierter Märchenforscher aus Wuppertal, war am vergangenen Dienstag Gastredner des traditionellen Empfangs der Kasseler Sparkasse „Die Region trifft sich – Die Region erinnert sich“. Die Veranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Motto „Jacob Grimms Deutsche Grammatik“, deren größter Teil in Kassel entstanden ist und deren erster Band vor genau 200 Jahren fertig gestellt wurde.

Kassel. Rund 760 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ließen sich im Sparkassen-Foyer in der Wolfsschlucht vom mittlerweile 83-jährigen aber topfitten Germanisten in die Arbeitsweise der Grimms einweihen.

 Details der Forschungsarbeit hat jetzt der Kasseler Euregio-Verlag mit Unterstützung der Kasseler Sparkasse in einem 160-seitigen Sammelband veröffentlicht. Erstaunlich viele hessische beziehungsweise nordhessische Sprachwendungen sind in Jacob Grimms „Deutsches Wörtbuch“ eingeflossen „selbstherrlich und ohne Belege“ wie Rölleke betont. Ohne den Wert dieses Werkes, in dem zum ersten Mal die Entwicklung der deutschen Sprache aufgezeigt wurde, zu schmälern, „sind diese heutzutage natürlich alle brutal eliminiert worden.“ Jacob Grimm hätte sich darüber schwarz geärgert, galt er doch nicht gerade als umgänglicher Zeitgenosse.

 Heinz Rölleke: „Jacob war ein ganz verbissener Wissenschaftler. Seinen unzähligen Handschriften zufolge muss er mindestens zwanzig Stunden am Tag gearbeitet haben. Jacob hatte für Frauen oder Freundschaften überhaupt keine Zeit. Er hat nur verbiestert gearbeitet. Er wurde dadurch sehr unleidlich, gerade als Kritiker und putzte alles runter, was nicht seiner Façon entsprach.“ Die Zeit als kurfürstliche Bibliothekare in Kassel war für die Grimms sehr produktiv. Kein Wunder, dass ihre Heimatliebe auch später in Berlin anhielt und sie sich in Briefen bei der Verwandtschaft für die zugesandte Ahle Wurst bedankten. „Das ist doch ein guter Übergang zum Buffet“, schloss Heinz Rölleke seine Ausführungen.

Ingo Buchholz, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse, bedankte sich beim Redner mit Wein und – natürlich – der angesprochenen Ahlen Wurst. „Ihre Ausführungen haben gezeigt, wie schwer die deutsche Sprache ist. Ich bin manchmal doch über die Autorkorrektur im Computer erfreut.“ Im Anschluss trafen sich die Teilnehmer zu Gesprächen bis in den späten Abend. Für die musikalische Begleitung sorgte die Hausband des Kasseler Grimm Festivals; die leckeren Speisen auf dem Buffet stammten aus der Küche des Hotel-Restaurant Gude und für den guten Service waren wieder die Schülerinnen und Schüler der Elisabeth-Knipping-Schule Kassel im Einsatz.

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