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An Folgen des Klimawandels anpassen

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Für den „Blauen Kompass“ nominiert:, Nils Tolle (Mitte) mit Klimaschutzmanagerin Dr. Christina Lütke und Thomas Ackermann, Dezernent für Umwelt und Klimaschutz beim Landkreis Kassel.
Für den „Blauen Kompass“ nominiert:, Nils Tolle (Mitte) mit Klimaschutzmanagerin Dr. Christina Lütke und Thomas Ackermann, Dezernent für Umwelt und Klimaschutz beim Landkreis Kassel.  © ANDREAS TH. BERNHARD

Jungbauer aus Fürstenwald arbeitet an der Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland

Calden. Auf dem Hof Tolle im Caldener Ortsteil in Fürstenwald wird an der Zukunft der Landwirtschaft gearbeitet. Das Thema ist der Klimawandel. Oder besser gesagt Anpassungsstrategien an das, was nicht mehr zu ändern ist. „Die letzten Jahre zeigen deutlich, dass die Auswirkungen des Klimawandels ein weites Spektrum umfassen: Trockenheit, Hitze, Starkregen, Überflutungen. Die Landwirte befinden sich deshalb in einer Situation, in der Erfolg und Misserfolg von möglichen Anpassungsmaßnahmen hochgradig unsicher ist“, erklärt Nils Tolle, der in seiner Master-Arbeit an der Universität Hohenheim untersucht hat, wie mit dieser Unsicherheit umgegangen werden kann.

Das Ergebnis seiner Arbeit ist eine innovative Planungsmethode, die die Entwicklung individueller Klimastrategien ermöglicht. Diese Planungsmethode ist nun für den Publikumspreis beim Bundespreis „Blauer Kompass“ nominiert, die höchste Auszeichnung in Deutschland für Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen der Klimakrise. Doch Tolle ist nicht nur Theoretiker. Gemeinsam mit drei Freunden bewirtschaftet er den Biohof, den der 29-Jährige 2021 von seinen Eltern übernommen hat. Sie alle sind Nebenerwerbslandwirte. Zum Teil auch Quereinsteiger. „Wir sind aber weiter ein Familienbetrieb. Die Familie ist nur etwas größer geworden“, so Tolle.

Für Thomas Ackermann, Dezernent für Umwelt- und Klimaschutz beim Landkreis Kassel, „zeigt der Hof Tolle einen Weg in die Zukunft“, wie er bei einem Besuch, gemeinsam mit der Klimaschutzmanagerin Dr. Christina Lütke, betont. „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel“, so der Kreisbeigeordnete. Eine diversifizierte und damit resilientere Landwirtschaft sei für den Landkreis ein wichtiges agrarpolitisches Ziel. Dazu brauche es auch Strategien für die Transformation der Betriebe, betont Ackermann mit Blick auf die Entwicklung neuer Planungsmethoden. Der Landkreis Kassel unterstütze landwirtschaftliche Betriebe durch Vernetzung und insbesondere in der Direktvermarktung ihrer Produkte. Tolle selbst arbeitet bereits an neuen Ideen. Bleibt aber auch Realist: „Solange Klimaschutz und Klimaanpassung nicht ökonomisch realisierbar sind, wird eine breite Umsetzung ausbleiben“, betont er und hofft auf mehr Unterstützung für die Landwirtschaft.

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