Junge Menschen, die vom Handwerk überzeugt sind

Ebenso anspruchsvoll wie abwechslungsreich: Alexander Krohn macht die Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.
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Ebenso anspruchsvoll wie abwechslungsreich: Alexander Krohn macht die Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Wir stellen vor: Alexander Krohn, Azubi zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. 

Kassel. Wenn es um die Berufswahl geht, gibt‘s für viele nur eines: ein großes Unternehmen mit einem bekannten Namen. Erst wenn das nicht klappt, schaut man sich weiter um. Doch immer mehr Jugendliche erkennen, dass sich eine Ausbildung im Handwerk lohnt, die Zahl der Ausbildungsverträge ist nach dem Einbruch im Corona-Jahr 2020 wieder gestiegen. In loser Reihenfolge präsentieren wir Ihnen hier junge Männer und Frauen, die den Schritt ins zukunftssichere Handwerk gemacht haben und Andere ermutigen wollen, es ihnen gleich zu tun.

929.000 Wärmeerzeuger installiert und 1,2 Millionen Bäder gebaut – davon mehr als die Hälfte barrierefrei und altersgerecht. Das sind die Kennzahlen für den wirtschaftlichen Erfolg des Sanitär- und Heizungsbauerhandwerks (SHK) im Jahr 2021, das auch im zweiten Corona-Jahr ein Umsatzplus verzeichnen konnte. Und auch die Zahl der Auszubildenden wuchs leicht entgegen dem allgemeinen Trend. Einer von ihnen: Alexander Krohn, der zur Zeit bei der Firma Gruhn GmbH & Co. KG in Kassel-Wilhelmshöhe seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik absolviert.

„Ich bin kein Büromensch, ich wollte nach der Schule immer schon etwas handwerkliches machen“, erzählt der 18-Jährige, der mittlerweile sein viertes Lehrjahr absolviert und sich so langsam auf die Gesellenprüfung vorbereiten kann. Sein Prüfungsschwerpunkt steht jedenfalls schon fest: Anlagenmechaniker für Heizungstechnik. Doch natürlich hat Alexander Krohn während seiner Lehrzeit alle Einsatzfelder dieses ebenso anspruchsvollen wie vielfältigen Berufes von der Pike auf erlernen müssen. „Mit einer Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bekommst Du den absoluten Durchblick, wenn es um Versorgungssysteme geht“, schwärmt der junge Mann, der noch bei seinen Eltern in Fuldabrück wohnt, leidenschaftlich gerne Motorrad fährt und als Sportler im Badminton und Tischtennis seinen Mann steht. Gefunden hat er seinen Traumberuf übrigens im Rahmen eines Schulpraktikums.

Der Start ins Berufsleben war doch eine arge Umstellung, bestätigt er. Gerade noch ein wenig die Schulbank drücken und dann von heute auf morgen mit Pause neun Stunden im Einsatz sein. „Immer hoch konzentriert und Aufnahmefähig sein, schließlich will man ja bei den Kollegen gleich einen guten Eindruck machen. Das schlaucht“, erinnert sich der 18-Jährige.

Weiterbildung unerläßlich

Was sein Chef Rainer Gruhn bestätigen kann, erzählt man sich in der Firma doch immer wieder mal von jungen Azubis, die abends auf der Rückfahrt vom Einsatzort im Firmenwagen eingeschlafen sind. „Das ist nicht böse gemeint“, unterbricht Alexander Krohn und lässt nichts auf seine Kollegen kommen. „Die haben mich von Anfang an in die Truppe integriert und mich zu Beginn quasi an die Hand genommen“, beschreibt er den Teamgeist bei Gruhn. Jetzt, im vierten Lehrjahr, trauen ihm Chef und Kollegen längst zu, die eine oder andere Aufgabe beim Kunden alleine zu erledigen. Kein Wunder, legt man doch bei Gruhn sowie bei anderen Innungsbetrieben höchsten Wert auf stete Weiterbildung.

Dazu zählen neben den innerbetrieblichen Maßnahmen auch überbetriebliche Lehrgänge im Kasseler Berufsbildungszentrum, beispielsweise in Elektronik. „Mit den Weiterbildungsangeboten ist auch nach der Ausbildung nicht Schluss. Schließlich dürfen wir einen Beruf ausüben, in dem man jederzeit auf dem neuesten Stand der Technik und dem Wissen um Umwelt und Ressourcenschonung sein muss. Wir sind Ansprechpartner für Nachhaltigkeits- und Energiesparfragen in allen Bereichen der Haustechnik “, so Rainer Gruhn.

Und was sollte man mitbringen, wenn man sich für den Beruf des SHK-Anlagenmechanikers interessiert? Bei dieser Frage muss sein 18-jähriger Azubi nicht lange überlegen: „Sorgfalt ist eine wichtige Grundvoraussetzung, denn insbesondere bei der Arbeit an Gasanlagen kann jeder Fehler Lebensgefahr bedeuten“. Aber während der Ausbildung lerne man jeden Handgriff so gut, „dass Du ihn im Schlaf ausführen könntest“. Zudem sollte man Interesse an Technik mitbringen, denn man wird viel mit elektrischen Steuerungsgeräten arbeiten, die zur Regelung der Heizungsanlagen nötig sind.

Dazu sollte man teamfähig sein und sich auch vor Gesprächen nicht scheuen. „Das war für mich zum Beispiel überraschend, wie viel wir in unserem Beruf mit Kunden in Kontakt beziehungsweise im Gespräch sind“, erzählt der Auszubildende. „Aber auch das erlernt man ja dann über die erfahreneren Kollegen“.

Und nach der Prüfung? „Ich möchte dann auf jeden Fall ein paar Jahre als Geselle arbeiten“, erzählt Alexander Krohn. „Ich finde es wichtig, erst einmal berufliche Erfahrungen zu sammeln, bevor ich mich mit so Dingen wie Meisterlehrgang oder ähnlichem befasse.“ Sein Chef hört es mit einem leichten Schmunzeln: „Ich hoffe und gehe davon aus, dass er bei uns bleiben wird“, spricht ihm Rainer Gruhn ein dickes Lob aus.

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